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Deutschland / Weltweit Ältere Autofahrer verursachen deutlich mehr Unfälle als früher
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19:40 06.02.2019
Ältere Autofahrer stellen im Straßenverkehr ein Risiko für sich und andere dar. Quelle: Felix Kästle/dpa
Hannover

In anderen europäischen Ländern sind regelmäßige Fahrtauglichkeits-Tests für Senioren schon lange selbstverständlich: In der Schweiz müssen Autofahrer über 75 Jahren alle 24 Monate zum Test. In Italien oder Portugal überprüfen Behörden die Fahr-Fitness bereits ab dem 50. Lebensjahr.

„Das wird es mit mir nicht geben“, sagte Scheuer jetzt der Funke-Gruppe. Der Verkehrsminister setzt auf Eigenverantwortung. Jeder müsse „immer wieder selbst seine Fitness und seine Fähigkeiten im Straßenverkehr“ überprüfen. Und weiter: „Aus der Unfallstatistik ergeben sich keine Auffälligkeiten. Unfälle können einem 21 Jahre alten Fahrer genauso passieren wie einer 81 Jahre alten Fahrerin.“

Kommentar

Senioren-Fahrtests: So unausweichlich wie der nächste Stau

Der Automobilclub ADAC pflichtet bei: „Ältere Autofahrer verhalten sich im Straßenverkehr in aller Regel vorsichtig, eher defensiv und vorausschauend.“ Menschen ab 65 Jahren verursachten etwa 16 Prozent der Unfälle mit Verletzten, obwohl sie 21 Prozent der Bevölkerung ausmachten, teilte der ADAC am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur mit. Tatsächlich sind die 18- bis 21-Jährigen dreimal so häufig Unfallverursacher wie es ihrem Bevölkerungsanteil entspricht, die Gruppe der 21- bis 25-Jährigen immerhin noch gut doppelt so häufig.

Allerdings sind die jungen Altersgruppen heute ein viel geringeres Risiko im Straßenverkehr als noch vor wenigen Jahrzehnten. Etwa seit der Jahrtausendwende sinkt die Zahl der Jungen als Unfallverursacher in jedem Jahr und hat sich insgesamt mehr als halbiert. Die Zahl der Senioren als Verursacher ist hingegen kontinuierlich gestiegen – seit 1991 um 50 Prozent.

„Autofahrer über 75 Jahren sind eindeutig eine Hochrisiko-Gruppe“, sagt Unfall-Forscher Siegfried Brockmann, der für die Versicherungs-Wirtschaft arbeitet. Die Risiken liegen auf der Hand: Der Alterungsprozess verschlechtert die Sinnesleistungen, schwächt die Koordination und schränkt die Mobilität ein. Die Beschwerden können Fahrverhalten verursachen, das letztendlich zu Unfällen mit Verletzten führt. Das zeigen die häufigsten Fehlverhalten der verschiedenen Altersgruppen. Alkohol am Steuer ist eher ein Problem der Jüngeren, genauso wie unangepasste Geschwindigkeit. In der Altersgruppe ab 65 Jahren liegt dagegen ein Verstoß gegen die Vorfahrtsregel auf Platz 1 der häufigsten Vergehen mit Unfallfolge. Auch der ruhende Verkehr ist in diesem Alter ein größeres Thema, zum Beispiel Kollisionen mit parkenden Autos.

Brockmann fordert deshalb verpflichtende Fahrtauglichkeitstests ab 75 Jahren: „Werden Senioren von Familienmitgliedern auf eine eingeschränkte Fahrtauglichkeit angesprochen, kann das zu Konflikten führen. Betroffene wollen das oft nicht hören. Das Urteil von neutralen Experten müssten sie sich anhören.“

Daniela Wagner, Verkehrssicherheitsexpertin der Grünen, zum Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND): „Wir müssen für ältere Kraftfahrer Anreize setzen, ihre Leistungsfähigkeit kontrollieren zu lassen. Eine regelmäßige Gesundheitsprüfung kann als Grundlage der Selbsteinschätzung dienen.“

Von Christian Burmeister und Johannes Christ/RND

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