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Deutschland / Weltweit Meuthen schießt wieder gegen Petry
Nachrichten Politik Deutschland / Weltweit Meuthen schießt wieder gegen Petry
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15:43 23.06.2016
Der Machtkampf in der AfD geht weiter. Parteichef Jörg Meuthen attackiert seine Ko-Vorsitzende Frauke Petry. Quelle: Gregor Fischer/dpa
Berlin

Am Dienstag hatte die Landtagsfraktion in Stuttgart entschieden, vorerst nicht über den Ausschluss des Abgeordneten Wolfgang Gedeon abzustimmen. Stattdessen sollen drei Gutachter über dessen als antisemitisch eingeschätzte Schriften urteilen.

Meuthen hatte für einen Ausschluss Gedeons geworben. Er habe die nötige Zwei-Drittel-Mehrheit sicher gehabt, sagte er dem RedaktionsNetzwerk Deutschlands. Aber dann hatte sich Gedeon vorerst zurückgezogen. Diese Entwicklung sei von Frauke Petry maßgeblich beeinflusst worden, sagt Meuthen.

"Sie hat nachweislich mit Mitgliedern meiner Fraktion telefoniert und sich in Belange der AfD Baden-Württemberg eingemischt. Das hat nicht geholfen, ganz im Gegenteil", kritisiert Meuthen. "Auch dadurch haben wir jetzt keinen Ausschluss Gedeons."

Meuthen ist stocksauer über Petrys Verhalten, die auch Landeschefin in Sachsen ist: "Ich mische mich doch auch nicht in sächsische Belange ein", sagte er dem RND. "Da wäre eine Zurückhaltung angemessen gewesen, die sie sich nicht auferlegt hat."

Bis zur Neuwahl des Bundesvorstands im kommenden Frühjahr könne die Doppelspitze jedoch weitermachen. "Dafür müssen wir ja nichts ständig zusammenglucken", sagte Meuthen. "Frau Petry und ich sind ja nicht verheiratet. In einer Ehe könnten wir so nicht zusammenleben."

Hinter den Attacken gegen ihn vermutet Meuthen den Versuch von Petry und deren Lebensgefährten Marcus Pretzell, sich der innerparteilichen Konkurrenz zu entledigen.

Meuthen hat sich nach seinem Wahlerfolg in Baden-Württemberg und seiner viel beachteten Rede auf dem Bundesparteitag stärker in der Gesamtpartei zu profilieren versucht. Unter anderem traf sich der als gemäßigt geltende Meuthen in den vergangenen Wochen mehrfach mit den völkisch-nationalistischen Petry-Kritikern Alexander Gauland und Björn Höcke und tauchte beim Kyffhäuser-Treffend er Parteirechten auf. 

"Ich wollte damit doch nicht eine Konkurrenz zu Frau Petry befördern", sagt er. "Aber mein Eindruck ist, dass Frau Petry und ihr Lebensgefährte das so wahrgenommen haben und seitdem auf eine Weise agieren, die mir nicht gefallen kann."

Jan Sternberg/RND

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