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Deutschland / Weltweit Atatürk-Attentäter drang in Abflughalle ein
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22:54 29.06.2016
Die Spuren des Anschlags am Tag danach. Quelle: Mirjam Schmitt/dpa
Istanbul

Einer der drei Selbstmordattentäter, der für Dutzende Tote am Atatürk-Flughafen in Istanbul verantwortlich ist, ist nach Angaben von Regierungskreisen in die Abflughalle des Internationalen Terminals eingedrungen. Der erste Attentäter habe sich an der Sicherheitskontrolle im Eingangsbereich in die Luft gesprengt und damit Chaos ausgelöst, hieß es am Mittwochabend aus Regierungskreisen.

Der zweite Attentäter habe dadurch ins Gebäude gelangen können und dann seinen Sprengsatz in der Abflughalle im ersten Stock gezündet. Ein dritter Attentäter habe sich anschließend draußen vor dem Gebäude in die Luft gesprengt. Mutmaßlich habe er damit fliehende Menschen treffen wollen.

Am Mittwochmorgen sagte Ministerpräsident Binali Yildirim noch: "Weder im Abflug- noch im Ankunftsbereich am Flughafen kann von einer Sicherheitslücke die Rede sein." Augenzeugenberichte und Videos in sozialen Medien hatten jedoch darauf hingedeutet, dass mindestens einer in den Innenbereich gelangte.

41 Tote, 239 Verletzte

Bei dem Angriff am Dienstagabend haben Selbstmordattentäter 41 Menschen mit in den Tod gerissen. Unter den Opfern sind nach türkischen Angaben mindestens 13 Ausländer. 239 Menschen wurden verletzt, darunter nach Angaben aus dem Auswärtigen Amt auch eine Deutsche.

Die türkische Polizei fahndete nach den Hintermännern des Anschlags. Zunächst übernahm keine Gruppierung die Verantwortung. Der IS hat sich noch zu keinem der ihm in der Vergangenheit zugeschriebenen Anschläge in der Türkei bekannt. Yildirim sagte, die Attentäter seien mit einem Taxi zum Flughafen gefahren.

Terror trifft Tourismus

Der Luftverkehr auf dem Flughafen wurde bereits nach einigen Stunden wieder aufgenommen. Am Mittwoch gab es auch wieder Flüge aus Deutschland nach Istanbul. Der Angriff sorgte dennoch für massives Chaos im Flugverkehr. Turkish Airlines strich am Mittwoch mehr als 340 Flüge.

Das Attentat zum Beginn der Feriensaison in Europa dürfte die Krise der Tourismusbranche in der Türkei noch verschärfen. Erst am Dienstag war für Mai ein Rückgang der Besucherzahlen um 34,7 Prozent gemeldet worden, verglichen mit dem Vorjahreszeitraum.

Medien dürfen nicht über den Anschlag berichten

Nach Angaben der Rundfunkbehörde RTÜK verhängte ein Gericht in Istanbul eine Nachrichtensperre über den Anschlag. Betroffen seien "jede Art von Nachricht, Interview und Bilder vom Anschlagsort in den Druck- und visuellen Medien, den sozialen Medien und Internetmedien".

In einer Mitteilung rief der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan die Welt und besonders westliche Staaten zum entschlossenen Handeln gegen den Terror auf. "Jeder soll wissen, dass die Terrororganisationen nicht unterscheiden zwischen Istanbul und London, Ankara und Berlin, Izmir und Chicago, Antalya und Rom."

dpa/RND

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