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Deutschland / Weltweit Außenseiterin Lange macht Nahles Druck
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09:21 22.04.2018
Die Flensburger Oberbürgermeisterin Simone Lange tritt am Sonntag gegen Andrea Nahles an. Quelle: dpa
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Berlin

Simone Lange hat in den vergangenen Wochen viel von Deutschland gesehen. Die Flensburger Oberbürgermeisterin tourte mit einem kleinen Team durch Ortsvereine der SPD, um sich vorzustellen. Die 41-Jährige will an die Spitze der Sozialdemokraten und tritt als bundespolitischer No-Name gegen die mächtige Andrea Nahles an.

Das alleine ist so ungewöhnlich, dass die schmale und meist fröhlich wirkende Kommunalpolitikerin viel Aufmerksamkeit bekommt. Die nutzt sie, um gegen Parteispitze auszuteilen und ihre Vision einer „neuen“ SPD zu zeichnen.

SPD soll sich für Hartz IV entschuldigen

Linker und basisdemokratischer soll es werden, sagt Lange, die ursprünglich aus Thüringen kommt. Für Hartz IV soll die SPD sich entschuldigen - ihre heftige Kritik an der Agenda-Politik von Altkanzler Gerhard Schröder bringt ihr Sympathien im linken Flügel der SPD ein.

„Ich möchte die Stimme der Basis sein“, sagt Lange. Die SPD solle auch glaubwürdiger werden. Auch damit spricht sie vielen Genossen nach dem Hin und Her um die große Koalition aus der Seele.

Die Frage liegt nahe: Meint sie es ernst mit ihrer Bewerbung gegen die Bundestags-Fraktionschefin, gegen den Bundesvorstand? Sie sagt: Ja. Ein Sieg ist aber quasi ausgeschlossen. Unterstützung hat Lange von gut 95 Ortsvereinen, wie sie sagt, die SPD hat allerdings 7741.

„Wenn die Arbeit Spaß macht, kann man viel Stress vertragen“

Privates hält Lange privat. So hält es die getrennt lebende Mutter zweier schulpflichtiger Töchter seit Jahren. Auf ihrer Werbetour haben die beiden Mädchen sie manchmal begleitet und die politischen Termine mit Urlaub und Stadtbummeln verbunden.

Ihre Mutter kennen sie nur als Politikerin - erst in der Kommunalpolitik, dann als Landtagsabgeordnete und jetzt als OB. Vor ihrer Zeit als Berufspolitikerin arbeitete Lange bei der Polizei.

Lange ist diszipliniert: „Wenn die Arbeit Spaß macht, kann man viel Stress vertragen.“ Und sie braucht wenig Schlaf, dafür immer etwas zu tun. Das würde sie ja für den SPD-Vorsitz qualifizieren.

Fünf SPD-Parteitage in 13 Monaten

Regulär trifft sich die SPD alle zwei Jahre zum Bundesparteitag. Wegen der jüngsten Turbulenzen kam es zu mehreren außerplanmäßigen Treffen. Was viel Geld kostet: Nach Schätzungen schlägt ein Parteitag mit rund einer Million Euro zu Buche.

Wegen der Abgabe des Vorsitzes von Sigmar Gabriel an Martin Schulz gab es im März 2017 einen Sonderparteitag, dann einen Parteitag zum Beschluss des Wahlprogramms im Juni in Dortmund.

Es folgte als drittes Treffen der reguläre Bundesparteitag im Dezember 2017 nach der Bundestagswahl, wo Schulz im Amt bestätigt wurde.

Dann folgte wieder ein Sonderparteitag, der im Januar 2018 Koalitionsverhandlungen mit der Union knapp billigte.

Da Schulz nach Abschluss der Verhandlungen den Parteivorsitz aufgab, war nun wieder ein Sonderparteitag fällig. Stimmberechtigt sind 600 Delegierte und die Vorstandsmitglieder.

Von RND/dpa

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