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Deutschland / Weltweit Beschimpfungen auf der Einheitsfeier
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13:43 03.10.2016
Kanzlerin Angela Merkel begrüßt in Dresden Gäste in historischer Bergarbeiterkleidung.  Quelle: dpa
Dresden

 Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat zum Tag der deutschen Einheit zu gegenseitigem Respekt und Dialogbereitschaft aufgerufen. 26 Jahre nach der Wiedervereinigung sei der Tag der Einheit für die allermeisten Deutschen nach wie vor ein Tag der Freude und Dankbarkeit, sagte die CDU-Chefin. Es gebe aber auch neue Probleme. „Und ich persönlich wünsche mir, dass wir diese Probleme gemeinsam, in gegenseitigem Respekt, in der Akzeptanz sehr unterschiedlicher politischer Meinungen lösen und dass wir auch gute Lösungen finden.“

Die Kanzlerin, Bundespräsident Joachim Gauck und andere Gäste waren vor dem Festakt von Hunderten Demonstranten beschimpft und angepöbelt worden, darunter vor allem Anhänger des fremdenfeindlichen Pegida-Bündnisses. Sie riefen „Volksverräter“, „Haut ab und „Merkel muss weg“. Auch Trillerpfeifen ertönten.

Schmährufe für einen dunkelhäutigen Gottesdienstbesucher

Zu den Demonstranten gehörte auch der Pegida-Mitbegründer Lutz Bachmann. Die Gäste, die auf dem Weg zu den Feierlichkeiten waren, sahen sich einem Spießrutenlauf ausgesetzt. Die Frau des sächsischen Wirtschaftsministers Martin Dulig (SPD) brach in Tränen aus, als sie durch die aufgebrachte Menge ging. Ein dunkelhäutiger Mann, der zum Gottesdienst wollte, wurde mit Affenlauten und „Abschieben“-Rufen geschmäht.

Moment des Innehaltens: Bundesinnenminister Thomas de Maizière betet auf dem Gottesdienst in der Dresdener Frauenkirche. Quelle: dpa

Nach einem ökumenischen Gottesdienst in der Dresdner Frauenkirche begann der zentrale Festakt in der Semperoper. Festredner waren Bundestagspräsident Norbert Lammert sowie Bundesratspräsident und Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (beide CDU). Tillich rief dazu auf, mit Worten gewisse Grenzen nicht zu überschreiten. „Beschämt erleben wir, dass Worte die Lunte legen können für Hass und Gewalt“, sagte er in seiner Festrede. „Das ist menschenverachtend und zutiefst unpatriotisch.“

2600 Polizisten bewachen den Festakt

Die Feiern finden unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen statt. Mit rund 2600 Beamten sichert die Polizei die Veranstaltungen ab. „Um Zugang der Ehrengäste zu den Protokollveranstaltungen am Neumarkt zu gewährleisten, mussten Personen zurückgedrängt werden“, teilte die Polizei mit.

In ganz Dresden waren für Montag fast ein Dutzend Demonstrationen angemeldet. Ein linksradikales Bündnis hat Proteste und „kreative Aktionen“ angekündigt. Das fremden- und islamfeindliche Pegida-Bündnis hat für den Nachmittag zu einer Demonstration aufgerufen, außerdem will das mittlerweile mit Pegida verfeindete rechte Bündnis „Festung Europa“ gegen die Flüchtlingspolitik protestieren.

Reist aus seiner spanischen Heimat nach Dresden an: Lutz Bachmann, der mehrfach vorbestrafte Pegiga-Mitgründer. Quelle: dpa

Von RND