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Deutschland / Weltweit Besonderer Kündigungsschutz für Fettleibige
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00:15 21.12.2014
Stark übergewichtige Menschen genießen unter Umständen besonderen Kündigungsschutz. Quelle: Waltraud Grubitzsch/dpa

Mehr als 160 Kilogramm bei einer Größe von 1,72 Metern – einen Menschen mit Body-Mass-Index 54 darf man getrost dick nennen. Kündigen dagegen darf man ihm nicht ohne Weiteres. Der Europäische Gerichtshof entschied jetzt: Schwer fettleibige Menschen genießen unter Umständen besonderen Kündigungsschutz. Geklagt hatte ein dänischer Kinderbetreuer aus Billund, den die Gemeinde nach 15 Jahren entlassen hatte. Die Arbeitgeber argumentierten mit sinkendem Betreuungsbedarf, der übergewichtige Tagesvater sprach von Diskriminierung.

Mehrfach hatte er an Fitnessprogrammen teilgenommen, unter die 160-Kilogramm-Marke war er dennoch nie gerutscht. Die Richter stellten nun klar, dass wegen Fettleibigkeit zwar laut EU-Recht niemand diskriminiert werden darf. Dennoch muss ein dänisches Gericht nun prüfen, ob der Kläger etwa wegen eingeschränkter Beweglichkeit oder Begleitkrankheiten nicht voll einsatzfähig und die Kündigung daher doch rechtens war. Zudem müssen aber auch die Motive der Entlassung genau untersucht werden. Denn behinderte Menschen sind laut EU-Recht nicht nur vor diskriminierenden Kündigungen geschützt, sondern haben auch Anspruch auf Unterstützung und Förderung im Joballtag.

Weil mittlerweile jeder siebte Däne als übergewichtig gilt, hatte das Parlament am 1. Oktober 2011 die sogenannte Fettsteuer eingeführt. Doch der Zuschlag für dick machende Lebensmittel wie Butter oder Schlagsahne änderte nichts an der Vorliebe der Dänen für solche Schmankerl. Seit vergangenem Jahr ist die Fettsteuer Geschichte – und die Dänen landen bei einschlägigen Untersuchungen der glücklichsten Völker regelmäßig auf einem Spitzenplatz. So gesehen: Alles in Butter.

Von Harald John

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