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Deutschland / Weltweit CDU hat ein Sexismus- und Mobbing-Problem
Nachrichten Politik Deutschland / Weltweit CDU hat ein Sexismus- und Mobbing-Problem
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19:01 27.09.2016
Düstere Stimmung im Konrad-Adenauer-Haus wegen Sexismus- und Mobbing-Vorwürfen sowie einer unkontrollierbaren Abgeordneten. Quelle: dpa
Berlin

Als gäbe es nicht schon genügend Probleme, bereitet sich die CDU derzeit selbst welche. Die Stichworte sind dabei Sexismus, Mobbing und Twitter.

Sexismus

Erhob schwere Vorwürfe gegen Parteikollegen: die Berliner Kommunalpolitikerin Jenna Behrends. Quelle: dpa

Ausgelöst hat die Debatte um Sexismus in der CDU die Berliner Kommunalpolitikerin Jenna Behrends, die am vergangenen Freitag Parteikollegen in einem offenen Brief Sexismus und Verleumdungen vorwarf. Namentlich nannte sie den Berliner CDU-Landeschef Frank Henkel. Seitdem erfuhr Behrends Zuspruch aus den eigenen Reihen, erntete aber auch heftige Kritik. „Geschichten wie diese bekomme ich immer wieder geschildert“, sagte Tauber. Er unterstützte eine Debatte über Sexismus. Ein Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ zitierte am Dienstag aus einem E-Mail-Austausch Taubers mit männlichen Parteifreunden aus dem Jahr 2012, in dem es um die Neubesetzung des Postens der Vorsitzenden der Frauen-Union geht. In Antworten auf eine E-Mail Taubers wird eine mögliche Kandidatin als „pseudoengagiert“ bezeichnet, einer anderen wird bescheinigt: „Rein optisch wäre sie ein Gewinn.“ In seiner Reaktion distanzierte sich Tauber dem Bericht zufolge nicht von der Wortwahl seiner CDU-Kollegen.

  Mobbing

Mit Mobbingvorwürfen konfrontiert: CDU-Generalsekretär Peter Tauber. Quelle: AFP

Der Name des CDU-Generalsekretärs Peter Tauber fällt auch im Kontext mit einer Mobbing-Affäre in seinem CDU-Heimatverband in Hessen. Unter dem Titel „Pflegehinweise für das Kaninchen“ kursierte dort im Jahr 2006 ein Plan, die damalige Geschäftsführerin der CDU im Main-Kinzig-Kreis von ihrem Posten weg zu mobben. Gegenüber der „SZ“ räumte Tauber ein, das Papier gekannt zu haben. Er bestreitet demnach aber, den Text auch verfasst zu haben. SPD-Vizechef Thorsten Schäfer-Gümbel rief CDU-Chefin Angela Merkel auf, Tauber zur Aufklärung der Mobbing-Vorwürfe in seinem Kreisverband aufzufordern.

Twitter-Entgleisungen

.Tweetete sich ins Abseits: die umstrittene CDU-Abgeordnete Bettina Kudla. Quelle: Laurence Chaperon

Die sächsische CDU-Bundestagsabgeordnete Bettina Kudla hat Parteikollegen innerhalb weniger Tage mit zwei umstrittenen Äußerungen auf Twitter gegen sich aufgebracht. Erst bezeichnete sie den früheren Chefredakteur der türkischen Oppositionszeitung „Cumhuriyet“ Can Dündar als „Cansel Dünnschiss“. Dann kritisierte Kudla die Flüchtlingspolitik der Regierung mit dem Nazi-Propagandabegriff „Umvolkung“. Parlamentsgeschäftsführer Michael Grosse-Brömer (CDU) kritisierte die Äußerungen scharf. Er will Kudla nun in einem direkten Gespräch zur Rede stellen. Unionsfraktionschef Volker Kauder schloss einen Rasuwurf Kudlas aus der CDU/CSU-Bundestagsfraktion zunächst aus. „Wir sollten jetzt aber nichts überstürzen. Momentan gibt es keinen Grund, Frau Kudla aus der Fraktion auszuschließen“, sagte er „Spiegel Online“. Kudla habe den Tweet gelöscht. Das zeige, dass sie die Kritik annehme.

Von RND/afp