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Comey hält Behinderung der Justiz für möglich

Ex-FBI-Direktor Comey hält Behinderung der Justiz für möglich

Der ehemalige Chef des FBI teilt gegen den US-Präsidenten aus. In einem Interview lässt James Comey anklingen, Trump könne die US-Justiz bei Ermittlungen in der Russland-Affäre behindert haben. Einen Beweis bleibt er aber schuldig.

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Comey und Trump überziehen sich bereits seit mehreren Tagen gegenseitig mit Schmähungen.

Quelle: AP

Washington. Der frühere FBI-Direktor James Comey hält nach eigenem Bekunden für möglich, dass die Russen US-Präsident Donald Trump kompromittiert haben. Er könne nicht unberücksichtigt lassen, dass Moskau vielleicht schädliche Informationen über Trump habe, sagte Comey in einem TV-Interview mit dem Sender ABC News am Sonntagabend. Er habe nie gedacht, das einmal über einen Präsidenten der Vereinigten Staaten zu sagen. Dass Trump selbst die Justiz in ihrer Arbeit behindere, schloss Comey ebenfalls nicht aus.

Bei jedem anderen US-Präsidenten hätte er mit großer Zuversicht sagen können, dass Russland keine Informationen gehabt habe. Dieses Mal ginge das aber nicht, so Comey. Im Mai des vergangenen Jahres hatte Trump ihn entlassen und den Schritt mit den FBI-Untersuchungen in der E-Mail-Affäre um Hillary Clinton begründet. Später hatte er auch nahegelegt, Grund seien die Untersuchungen in der Russland-Affäre gewesen.

Mit Blick darauf sagte Comey, bei Trump gebe es „sicherlich Hinweise auf Behinderung der Justiz“. In der Interviewpassage ging es um ein Gespräch zwischen dem Präsidenten und dem FBI-Chef im Februar 2017. Bei diesem äußerte Trump nach Comeys Darstellung den Wunsch, dass die Ermittlungen des FBI gegen den damaligen Nationalen Sicherheitsberater Michael Flynn eingestellt werden. Trump bestreitet das. Manche Beobachter sehen darin einen Versuch der Justizbehinderung.

Seither hat sich Flynn schuldig bekannt, das FBI belogen zu haben und arbeitet mit Sonderermittler Robert Mueller zusammen. Dieser untersucht, ob Moskau sich in die US-Präsidentenwahl 2016 eingemischt hat und ob es möglicherweise zu Absprachen zwischen dem Trump-Lager und Russland gekommen ist. Trump hat den Vorwurf mehrfach abgestritten und die Ermittlungen als „Hexenjagd“ kritisiert.

Das Justizministerium hatte Mueller nach der Entlassung Comeys mit den Ermittlungen beauftragt. Teil der Untersuchung ist mittlerweile, ob Trump durch die Entlassung die Justiz behindert hat.

Von AP/dpa/RND

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