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Deutschland / Weltweit CDU-Abgeordneter Schockenhoff ist tot
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17:05 14.12.2014
Ist in der Nacht zum Sonntag gestorben: Der CDU-Bundestagsabgeordnete Andreas Schockenhoff. Quelle: dpa/Archiv
Berlin

Schockenhoff saß seit 1990 im Bundestag, sein Wahlkreis war Ravensburg in Baden-Württemberg. Von 2006 bis Anfang 2014 war er Koordinator der Bundesregierung für die deutsch-russische Zusammenarbeit. Für Aufsehen sorgte im Herbst 2011 Schockenhoffs öffentliches Eingeständnis, Alkoholiker zu sein. Er begab sich damals in stationäre Therapie.

Fraktionschef Volker Kauder erklärte: "Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion verliert mit ihm einen ihrer profiliertesten Politiker, ganz viele von uns auch einen guten Freund und engen Weggefährten." Er würdigte Schockenhoff als exzellenten Kenner Russlands und sagte mit Blick auf die Ukraine-Krise: "Gerade in diesem Jahr war seine Stimme hier von großer Bedeutung."

Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sagte, er habe Schockenhoff "als hoch engagierten Außenpolitiker kennen- und schätzen gelernt". Sein plötzlicher Tod habe ihn "geschockt". CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt erklärte, die Fraktion verliere "eine ihrer wichtigsten außenpolitischen Stimmen".

Mit seinem Nachfolger im Amt des Russlandbeauftragten, Gernot Erler (SPD), lag Schockenhoff im Sommer teilweise politisch überkreuz. Während Erler davor warnte, die Wirkung von Sanktionen gegen Moskau zu überschätzen, verlangte Schockenhoff weitere Verschärfungen. Für Aufsehen sorgte auch Schockenhoffs Vorstoß, nach dem mutmaßlichen Abschuss eines Passagierflugzeugs über der Ostukraine mit fast 300 Toten eine UN-Blauhelmmission in der Region einzusetzen.

Schockenhoff studierte Romanistik, Germanistik und Geschichte in Tübingen und Grenoble. Nach seinem Referendariat und einer Dissertation arbeitete er ab 1985 als Lehrer an einem katholischen Gymnasium in Ravensburg - bis er 1990 in den Bundestag gewählt wurde.

Eine besondere Zuneigung verband Schockenhoff mit Frankreich. Seit 1994 leitete er die Deutsch-Französische Parlamentariergruppe.

Sich selbst beschrieb Schockenhoff als naturverbundenen und gläubigen Menschen, der gern wandert, Ski fährt und im Garten arbeitet. Er war geschieden und hatte drei Kinder. Über seinen Tod hatte zuerst die "Bild"-Zeitung berichtet.

dpa

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