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Deutschland / Weltweit Die FDP sucht eine neue Farbe
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00:22 24.12.2014
Von Matthias Koch
Neue Farbe bekennen: FDP-Chef Christian Lindner. Quelle: dpa
Hannover

Das Blau-Gelb soll allen Ernstes weichen, offenbar schon beim Dreikönigstreffen in Stuttgart am 6. Januar. „Die FDP wird sich in neuer Frische zeigen“, verriet Andreas Mengele, Chef der Berliner Werbeagentur Heimat, der „Welt am Sonntag“. Blau und Gelb erinnerten an eine kalte, alte FDP; mit wärmeren Tönen wolle man jetzt „sichtbar machen, was an Menschlichem und Einfühlsamem im Programm der Partei steht“.

Schafft es die FDP, wie zuletzt Opel, eine neue Wahrnehmung der Marke zu bewirken, ohne das Produkt zu verändern? Und wenn ja: Hilft das der Partei weiter? Schon formieren sich intern die Traditionalisten. Stand nicht Blau-Gelb für eine gute Ära der Liberalen, für jene Zeit, in der man mit Ministern wie Klaus Kinkel oder Wolfgang Gerhardt im Bund geräuschlos mitregierte – und am Wahltag mindestens acht Prozent abräumte?

„Unsere Einladungen zum liberalen Neujahrstreffen in Niedersachsen sind wie immer in Blau-Gelb gehalten“, murrte am Sonntag der hannoversche Liberale Patrick Döring, der auf Bundesebene selbst mal Generalsekretär war, also auch zuständig für Parolen, Plakate und das Anrühren der Farben.

Unten an der liberalen Basis weiß keiner, was die da oben für eine neue Farbe planen. Das Projekt ist Chefsache. Schon sprechen manche von einer Make-or-break-Situation für den FDP-Bundesvorsitzenden Christian Lindner: Sammelt  der neue erste Mann mit der neuen Farbe neue Sympathien? Oder gerät ihm alles zu einer einzigen Peinlichkeit? Unvergessen sind in der FDP zwei historische Überdrehungen werblicher Auftritte: das „Guidomobil“ von Guido Westerwelle und das „Projekt 18“ von Jürgen Möllemann. Lindner muss zeigen, ob er beides gleichzeitig hinbekommt: Maß und Mitte bewahren, aber auch Farbe bekennen. Seit Langem schielt Lindner bewundernd auf die frechen und politisch erfolgreichen „Neos“ in Österreich, die sich als liberale Partei neu erfunden haben. Liberale in Deutschland warnen allerdings vor der Farbe der österreichischen Freunde: Wenn man die gute alte FDP wie die „Neos“ in grelles Rosa tauche, könne das nach hinten losgehen.

 

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