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Deutschland / Weltweit Fall Yigit – „Diesen Triumph darf man Erdogan nicht gönnen“
Nachrichten Politik Deutschland / Weltweit Fall Yigit – „Diesen Triumph darf man Erdogan nicht gönnen“
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14:21 29.10.2018
Der türkische Journalist Adil Yigit muss bis 2019 das Land verlassen. Quelle: imago/IPON
Berlin

Der Protest von Adil Yigit war außergewöhnlich. Und er war mutig. Vor den Augen des türkischen Präsidenten demonstrierte der türkischstämmige Journalist Ende September im Kanzleramt für Pressefreiheit in seiner Heimat. Dass er Deutschland jetzt verlassen soll – da hat die linke Bundestagsabgeordnete Sevim Dagdelen Recht – ist ungeheuerlich.

Es gibt Menschen, die sagen, dass der 60-Jährige, der seit 36 Jahren in Deutschland lebt, an seiner Lage nicht ganz unschuldig sei. Jedenfalls gibt die Hamburger Ausländerbehörde als Gründe für die Ausweisung an, dass Yigit nicht erwerbstätig sei und nicht bei seinen Kindern lebe. Das mag stimmen. Es gibt aber in diesen Zeiten keinen positiven Grund, der stärker wäre als die negative Symbolkraft, die von einer Ausweisung Yigits ausginge. Denn sie würde unweigerlich suggerieren, dass der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan wieder mal gewonnen hat und dass sein Verständnis von Presse(un)freiheit bis nach Berlin reicht.

„Regierung sollte sich klar gegen Ausweisung positionieren“

Es war schließlich Erdogan, der neben Kanzlerin Angela Merkel stand und lächelte, als Yigit bei eben jener Pressekonferenz abgeführt wurde. Als habe er da bereits gewusst, was folgen würde. Diesen Triumph darf man dem Autokraten nicht gönnen. Allein dass die Ausweisungsverfügung rund vier Wochen nach der Protestaktion ergeht, erzeugt einen Eindruck, der womöglich gar nicht besteht. Umso mehr sollten sie in der Hansestadt versuchen, diesen Eindruck zu vermeiden.

Gewiss entscheidet die Hamburger Ausländerbehörde autonom. Das sollte auch in politisch heiklen Fällen so bleiben. Dennoch könnte und sollte die Bundesregierung sehr deutlich machen, was sie von einer Ausweisung Yigits hält: nämlich – hoffentlich – nichts. Sie ist es der Pressefreiheit und den in der Türkei einsitzenden Journalisten schuldig.

Von RND/Markus Decker

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