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Deutschland / Weltweit Fast 200 Strafverfahren nach Protesten am Hambacher Wald
Nachrichten Politik Deutschland / Weltweit Fast 200 Strafverfahren nach Protesten am Hambacher Wald
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18:19 07.11.2018
Teilnehmer einer Demonstration gegen die Rodung des Waldes halten am Hambacher Forst ein Transparent mit den Worten «Hambi bleibt». Quelle: Henning Kaiser/dpa
Düsseldorf

Nach dem Widerstand gegen die Räumung der Baumhäuser im Hambacher Forst hat die Polizei insgesamt 193 Strafverfahren eingeleitet. In mehr als der Hälfte der Fälle (106) ging es um Widerstand gegen Polizeibeamte. Das geht aus einer Antwort des nordrhein-westfälischen Innenministeriums auf eine Kleine Anfrage der SPD hervor, die am Mittwoch veröffentlicht wurde. 51 Polizisten seien während des Einsatzes zwischen dem 13. September und Anfang Oktober von den Besetzern mit Fäkalien beworfen worden.

RWE will die Braunkohle unter dem bei Köln gelegenen Hambacher Forst abbaggern und dafür Wald roden. Dagegen gibt es heftigen Protest, auch mit Baumbesetzungen. Ein Gericht hat die Rodung vorerst gestoppt.

Im Zusammenhang mit dem tödlichen Unfall eines Journalisten im Hambacher Forst relativierte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) seine früheren Angaben zu pietätlosen Aussagen von Baumhausbewohnern. Reul hatte Ende September im Innenausschuss gesagt, Baumbewohner hätten sogar noch während der Reanimierung des von einer Hängebrücke gestürzten Bloggers gerufen: „Scheiß ‚drauf, Räumung ist nur einmal im Jahr!“. Für diese Darstellung war Reul kritisiert worden.

Nun erklärte der Minister: „Meine Äußerung in der eine Woche später stattfindenden Ausschusssitzung, der in Rede stehende Gesang sei von Personen gesungen worden, die sich in einem Baumhaus unmittelbar über der Unglücksstelle befunden hätten, entsprach nicht exakt den örtlichen Begebenheiten.“ Er sei allerdings der Auffassung, dass die tatsächliche Distanz die Ungeheuerlichkeit des Gesangs nicht wesentlich schmälere. Dass die umstrittenen Sätze tatsächlich gefallen sind, hätten mehrere Polizeibeamte glaubhaft bestätigt. Im Kurznachrichtendienst Twitter widersprachen allerdings viele Nutzer dieser Darstellung.

Von RND/dpa/lf

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