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Deutschland / Weltweit Frauen sprengen sich in die Luft – viele Tote
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18:32 09.12.2016
Im Nordosten Nigerias haben sich zwei Selbstmordattentäterinnen in die Luft gesprengt und dabei viele Menschen getötet. Quelle: dpa
Abuja

Zwei Selbstmordattentäterinnen haben im Nordosten Nigerias mehr als 25 Menschen mit in den Tod gerissen. Sie sprengten sich am Freitag auf einem belebten Markt in Madagali im Bundesstaat Adamawa in die Luft, wie örtliche Behörden mitteilten. Hinter dem Anschlag wird die islamistische Terrormiliz Boko Haram vermutet.

„Mehr als 25 Leichen wurden weggetragen“, sagte ein Beamter. Rund 20 weitere Menschen wurden demnach schwer verletzt. Ein Augenzeuge sprach sogar von mindestens 33 Toten und über 70 Verletzten. Die beiden Frauen zündeten ihre Sprengstoffgürtel nach Angaben von Ortsansässigen neben Getreidemarktständen.

Der Gemeindevorsteher Yusuf Muhammad sagte der Nachrichtenagentur AFP, die beiden Frauen hätten sich als Kundinnen ausgegeben. Ihre Sprengstoffgürtel hätten sie an unterschiedlichen Stellen zur Explosion gebracht: die eine im Lebensmittelbereich, die andere in der Abteilung für gebrauchte Kleidung.

Ein Händler sagte, die Bomben seien nacheinander gegen 09.30 Uhr hochgegangen. „Überall lagen Leichen und Verletzte in einer Blutlache“, fügte Habu Ahmad hinzu.

In den vergangenen Wochen hatte Boko Haram mehrfach in der Region zugeschlagen. Ein Behördensprecher, Yusuf Muhammad, forderte von der Regierung, Truppen um nahe gelegene Boko-Haram-Lager zu stationieren.

Die sunnitischen Extremisten terrorisieren seit Jahren den Nordosten Nigerias sowie angrenzende Gebiete der Nachbarstaaten Niger, Kamerun und Tschad. Die Islamisten wollen in der Region einen sogenannten Gottesstaat errichten, mit strengster Auslegung des islamischen Rechts, der Scharia.

Bei Anschlägen und Angriffen der Terrormiliz sind seit 2009 mindestens 14.000 Menschen ums Leben gekommen. Allein in Nigeria sind mehr als zwei Millionen Menschen vor der Gewalt der Terrormiliz geflohen.

Von dpa/afp/RND