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Deutschland / Weltweit Fünf denkwürdige EU-Momente von Martin Schulz
Nachrichten Politik Deutschland / Weltweit Fünf denkwürdige EU-Momente von Martin Schulz
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13:50 17.01.2017
Martin Schulz geht - und bringt einiges ins Wanken. Seit sich der deutsche EU-Parlamentspräsident im November zum Wechsel in die Bundespolitik entschloss, sortiert sich das Brüsseler Machtgefüge neu. Quelle: dpa
Straßburg

Seit mehr als 20 Jahren sitzt Martin Schulz im Europaparlament. In den vergangenen fünf Jahren verlieh er der Institution Präsident neues Profil. Nun nimmt er Abschied und wechselt in die Bundespolitik. Während das Europäische Parlament an diesem Dienstag einen Nachfolger für Martin Schulz wählt, blicken wir auf fünf denkwürdige Momente aus seiner Zeit in Straßburg und Brüssel zurück.

Berlusconi beschimpft Schulz als Kapo

2. Juli 2003: Schulz bringt Silvio Berlusconi zum Platzen. Auf eine Reihe scharfer Fragen zum Kurs seiner Regierung antwortet Italiens damaliger Ministerpräsident: „Herr Schulz, ich weiß, dass ein Produzent in Italien gerade einen Film über die Konzentrationslager der Nazis dreht. Ich werde Sie für die Rolle des Kapo vorschlagen. Sie wären perfekt.“ Kapos waren Häftlinge in Konzentrationslagern der Nazis, die zur Aufsicht über andere Gefangene eingesetzt wurden.

Nazi-Spruch von Godfrey Bloom

24. November 2010: Schulz fordert mehr Zusammenarbeit in der Eurozone - der britische Euroskeptiker Godfrey Bloom fällt ihm ins Wort und ruft: „Ein Volk, ein Reich, ein Führer“. Wegen dieses provozierenden Nazi-Spruches wird Bloom aus dem Straßburger Parlament geworfen.

Schulz löst Tumult in der Knesset aus

12. Februar 2014: Schulz löst mit einer Rede im israelischen Parlament Tumulte und Beschimpfungen durch rechte Abgeordnete aus. Parlamentarier der rechten Siedlerpartei rufen „Schande“ und verlassen unter Protest den Saal, als er den Bau weiterer israelischer Siedlungen in den Palästinensergebieten und den „Boykott“ des Gaza-Streifens kritisiert. „Das palästinensische Volk hat wie das israelische Volk ein Recht darauf, seinen Traum von einem eigenen, lebensfähigen und demokratischen Staat zu erfüllen. Die Palästinenser haben genauso wie Israelis ein Recht auf Selbstbestimmung und Gerechtigkeit.“

Schulz wirft rassistischen Abgeordneten raus

9. März 2016: Schulz wirft einen griechischen Abgeordneten wegen rassistischer Äußerungen aus der Sitzung des Plenums. Der fraktionslose Eleftherios Synadinos von der rechtsextremistischen und ausländerfeindlichen griechischen Partei „Goldene Morgenröte“ hatte während der Debatte über den EU-Türkei-Gipfel „den Türken“ unter anderem als „Barbaren“ und „Dreckskerl“ beschimpft.

Emotionaler Abschied vom Parlament

14. Dezember 2016: Mit einem Plädoyer für ein geeintes Europa verabschiedet Schulz sich von den Abgeordneten. „Überall auf diesem Kontinent machen sich die Spalter und die Ultranationalisten wieder breit, diejenigen, die Menschen gegeneinander hetzen“, sagt Schulz in Straßburg. „Mit aller Kraft werde ich mich jedenfalls auch künftig gegen diesen Hass stellen, egal von welcher Stelle aus.“

Von dpa/RND/zys