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Deutschland / Weltweit Geplanter Bombenanschlag: Verdächtiger bestellte 3150 Rizinussamen
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17:29 20.06.2018
SEK Beamten mit Atemschutzmasken und Schutzanzügen stehen in einem Fahrzeug vor einem Kölner Wohnkomplex in dem der Verdächtige festgenommen wurde Quelle: dpa
Karlsruhe

Gut eine Woche nach der Festnahme des Tunesiers Sief Allah H. hat die Generalbundesanwaltschaft neue Erkenntnisse über den mutmaßlichen Bombenbauer veröffentlicht. Hinweise auf konkrete Anschlagspläne lägen demnach noch nicht vor. Allerdings ließen die aktuellen Erkenntnisse darauf schließen, dass der 29-Jährige erwogen hat, einen Sprengsatz zu bauen, hieß es in einer Mitteilung der Anwaltschaft.

Bei der Durchsuchung seiner Kölner Wohnung am 12. Juni hatten die Sondereinsatzkräfte der Polizei insgesamt 3150 Rizinussamen und 84,3 Milligramm Rizin sichergestellt. Zuvor war von mehr als 1000 Samen die Rede gewesen. Rizin ist als biologische Waffe im Kriegswaffenkontrollgesetz gelistet Seine Wirkung ist abhängig von der Menge des Gifts und der Art und Weise seiner Verabreichung.

Verdächtiger hatte Kontakt zur radikal-islamistischen Szene

„Sämtliche Rizinussamen“ habe der Verdächtige über das Internet gekauft. Zudem fanden sich 250 Metallkugeln, acetonhaltiger Nagellackentferner, Drähte mit aufgelöteten Glühbirnen sowie 950 Gramm eines grauen Pulvers - eine Mischung aus Aluminiumpulver und pyrotechnischen Substanzen aus Feuerwerkskörpern.

Laut Anwaltschaft liegen derzeit noch keine ausreichenden Anhaltspunkte für eine Mitgliedschaft des Verdächtigen bei einer Terrororganisation vor. Allerdings versuchte H. im Jahr 2017 zweimal vergeblich, über die Türkei nach Syrien mutmaßlich zum Islamischen Staat auszureisen. Der 29-jährige Tunesier soll zudem in Kontakt mit Personen aus dem radikal-islamistischen Spektrum gestanden haben. Ob diese Kontaktpersonen Mitglieder einer terroristischen Vereinigung waren, ist noch unklar.

Von RND/mkr

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