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Deutschland / Weltweit Gitter gegen Obdachlose
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21:33 26.12.2014
Die Gitter an neun Sitzgelegenheiten waren genau Heiligabend installiert worden, um Obdachlose und Trinker von den Bänken fernzuhalten. Quelle: dpa
Angouleme

Nach einer spektakulären Aktion von Jugendlichen hat die französische Gemeinde Angoulême umstrittene Zäune um Innenstadtbänke wieder entfernt. Die Gitter an neun Sitzgelegenheiten waren genau Heiligabend installiert worden, um Obdachlose und Trinker von den Bänken fernzuhalten. Die Zäune seien aus Sicherheitsgründen vorläufig entfernt worden, hieß es am Freitag in der Verwaltung der Stadt mit rund 40.000 Einwohnern nordöstlich von Bordeaux.

Jugendlichen war es am Donnerstag gelungen, in eine der käfigartigen Konstruktionen einzudringen. Dort ließen sich zwei Teenager auf der Bank kauernd fotografieren. Die Aufnahme der beiden, die wie in einer Zelle saßen, wurde per Internet verbreitet. Auf handgeschriebenen Zetteln an den Gittern war schon zuvor etwa „Schämen wir uns!“ zu lesen. Am Abend sollen zudem laut Bürgermeister Xavier Bonnefont vier weitere Gitter um die Bänke schwer beschädigt worden sein.

Die Installation der konservativ regierten Gemeinde hatte über die Weihnachtstage für Entrüstung und Diskussionen gesorgt. In sozialen Netzwerken etablierte sich Angoulême als Schlagwort für die Auseinandersetzung. In den Kommentarspalten der örtlichen Zeitung „Charente Libre“ gab es viel Kritik an der Aktion, die der Verwaltung unter anderem „Dummheit“ vorwarfen. Aber auch Befürworter meldeten sich zu Wort. Der Bürgermeister habe versucht, das bekannte Problem zu lösen, schrieb ein Kommentator.

Die Gemeinde berief sich zur Begründung der Montage von Gittern um die neun Sitzbänke auch auf die Erfahrung örtlicher Ladenbesitzer. Von dieser Seite habe es Unterstützung für die Aktion an den Bänken in der Innenstadt parallel zu einem Einkaufszentrum gegeben. Die Sitzgelegenheiten würden fast ausschließlich von Obdachlosen benutzt. Der Sicherheitsbeauftragte der Gemeinde, Jean Guiton, berichtete von Vorfällen etwa mit alkoholisierten Personen oder Kämpfe mit Hunden. Zudem habe es Beschwerden von Passanten und Anwohnern gegeben.

dpa

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