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Deutschland / Weltweit Griechischen Soldaten drohen fünf Jahre Haft
Nachrichten Politik Deutschland / Weltweit Griechischen Soldaten drohen fünf Jahre Haft
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14:53 28.03.2018
Der griechische Oberleutnant Angelos Mitretodis (25) und Feldwebel Dimitris Kouklatzis (27) sitzen weiter in türkischer Haft ein. Quelle: AP
Athen/Ankara

Seit fast einem Monat sitzen sie im Hochsicherheitsgefängnis der westtürkischen Stadt Edirne: zwei griechische Grenzsoldaten, die am 1. März bei einer Patrouille in Nebel und Schnee auf türkisches Staatsgebiet gerieten – versehentlich, wie sie beteuern. Die Hoffnung, beim EU-Türkei-Gipfel in Warna eine Lösung für die beiden zu finden, hat sich nicht erfüllt. Die staatliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu meldet am Mittwoch: Den beiden Soldaten droht eine fünfjährige Gefängnisstrafe.

Das Schicksal des Oberleutnants Angelos Mitretodis (25) und des Feldwebels Dimitris Kouklatzis (27) kam beim Treffen der EU-Spitzenpolitiker mit dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan ausführlich zur Sprache. Kommissionschef Jean-Claude Juncker und Ratspräsident Donald Tusk mahnten Erdogan, den Fall rasch zu lösen.

Sie erinnerten den türkischen Präsidenten daran, dass solche offensichtlich versehentliche Grenzübertritte keine große Affäre sein sollten, zumal nicht unter Nato-Partnern. „Die Türkei ist ein großes Land, Sie sind ein großer Präsident, Ihnen droht doch keine Gefahr von zwei griechischen Soldaten, die sich im Schnee verirrt haben“, soll Juncker dem türkischen Staatschef schmeichelnd gesagt haben.

Erdogan könnte einen Austausch planen

Aber Erdogan entgegnete, er könne nichts tun. Das Schicksal der beiden Griechen liege in den Händen der Richter. „Ich stehe nicht über der Justiz“, unterstrich Erdogan. Auf dem Heimflug von Warna klagte er an Bord der Präsidentenmaschine gegenüber mitreisenden Reportern, es sei „ungerecht“, dass die EU sich für die beiden griechischen Soldaten einsetze, sich hingegen nicht für acht türkische Offiziere interessiere, die nach dem Putschversuch vom Juli 2016 nach Griechenland geflohen waren und dort Asyl beantragten. Die Türkei verlangt ihre Auslieferung. Aber das Oberste griechische Gericht untersagte ihre Überstellung, weil sie in der Türkei kein faires Verfahren sondern Folter und Erniedrigung erwarte.

Seit der Festnahme der beiden Grenzer gibt es in Athen Spekulationen, Erdogan plane einen Austausch. Der Präsident sagte zwar, es gebe „keine Verbindung“ zwischen beiden Fällen. Aber die Affäre wird zu einer immer größeren Belastung für die Beziehungen zwischen den beiden Nato-Verbündeten.

Am Dienstag beschloss das Gericht in Edirne die Fortdauer der Untersuchungshaft. Es bestehe Fluchtgefahr. Unterdessen berichtet die staatliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu unter Berufung auf Justizkreise, es gebe gegen die beiden Grenzsoldaten „konkrete Beweise“ für ein Verbrechen, das mit fünf Jahren Haft geahndet werden könne – offenbar handelt es sich um Spionagevorwürfe.

Juncker appelliert an den türkischen Präsidenten

Die nächste Anhörung der beiden jungen Männer ist für den morgigen Freitag angesetzt. Ihre Angehörigen klammern sich an die Hoffnung, dass sie dann vielleicht doch freikommen. In Warna hatte Kommissionschef Juncker an den türkischen Staatschef appelliert: „Die beiden sollten das orthodoxe Osterfest mit ihren Familien verbringen“. Juncker nannte Erdogan auch das Datum, an dem die Griechen dieses Jahr Ostern feiern. Es ist der 8. April.

Von Gerd Höhler/RND

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