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Deutschland / Weltweit Grüne gehen geschlossen ins Nirgendwo
Nachrichten Politik Deutschland / Weltweit Grüne gehen geschlossen ins Nirgendwo
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17:33 31.05.2017
In ihrem „Zehn-Punkte-Plan für Grünes Regieren“ fordern die Grünen ein Ende der Massentierhaltung, die Abschaltung von 20 Kohlekraftwerken sowie die Homo-Ehe. Quelle: imago
Berlin

Geschlossen ins Nirgendwo. Das ist die eigentliche Botschaft des leicht geschnürten Zehn-Punkte-Wahlprogramms der Grünen. Klimaschutz, Elektro-Autos, nachhaltige Landwirtschaft, Europa, Familienförderung, soziale Sicherheit, Integration, Homo-Ehe, Sicherheit und Kampf gegen Fluchtursachen. All das klingt irgendwie gut, weil auch notwendig. Und es wirkt überraschungslos alt, so wie die beiden aktuellen Spitzenkandidaten Göring-Eckardt und Özdemir. Wer momentan laut Umfragen als bundesweit sechste politische Kraft antritt, um nach dem 24. September im Bund als Regierungsteil gebraucht zu werden, der sollte keine sehr großen Ansprüche stellen.

Vielleicht weiß man deshalb als Wähler nicht so genau, wie ernst es die Grünen mit ihren Stichworten vom Ende der Massentierhaltung in 20 Jahren bis hin zum Abschalten von 20 Kohlekraftwerken wirklich meinen. Es ist ein kleiner Wünsch-dir-was-Katalog, den das Spitzenduo aufblättert. Seine Stärke schöpft das Papierchen aus der Tatsache, dass rechte wie linke, brave wie eigennützige Grüne sich per Unterschrift dazu verpflichtet haben, in der Stunde der Not einer Partei hinter, neben und vor dem Führungspersonal zu stehen. Eigentlich weiß man nur eines, die Grünen wollen nicht verschwinden, sie wollen nicht umsonst politisch zu haben sein und sie wollen wieder mitmachen. Vermutlich am liebsten mit Angela Merkel, vereinzelt auch mit Frau Wagenknecht und Herrn Schulz. Das alles sieht nach einer lebensrettenden Maßnahme im Rahmen des politischen Establishments aus.

Hilferuf an das Establishment

Zum sterben zu viel, zum leben zu wenig? Wer weiß das jetzt schon, die Wahl findet erst in knapp vier Monaten statt. Die SPD springt in Zehn-Prozent-Sätzen mal runter, mal rauf; Merkel und Seehofer sind mal gut und mal schlecht aufeinander zu sprechen. Das gibt den Kleinparteien immer wieder neue Chancen. Die FDP mit Christian Lindner gilt derzeit als rundum erneuerte Kraft, die AfD ist von gestern aber noch gut dabei und die Linke wirkt stabil trotz der Thesen von Sahra Wagenknecht. Noch ist erkennbar nichts entschieden. Deshalb kommt es auf die Performance und auf die persönliche Glaubwürdigkeit des Personals an.

Begonnen haben die Grünen einst als Partei gegen das Establishment, aber mit vielen richtigen Fragen. Damals waren sie die jüngste politische Kraft. Angekommen sind sie gut 30 Jahre später beim Hilferuf an das Establishment: lasst uns nicht fallen. Das kann funktionieren – aber nur, wenn die Grünen wieder erkennbaren Mut zur Festlegung und zum Nein im richtigen Moment entwickeln.

Von RND/Dieter Wonka

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