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Deutschland / Weltweit Innensenator zeigt eigenes LKA im Fall Amri an
Nachrichten Politik Deutschland / Weltweit Innensenator zeigt eigenes LKA im Fall Amri an
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17:37 17.05.2017
Quelle: dpa
Berlin

Es sei ein neues Dokument aufgetaucht, das ihm bereits im November gewerblichen, bandenmäßigen Handel mit Betäubungsmitteln vorwarf, sagte Innensenator Andreas Geisel (SPD) am Mittwoch. Auf dieser Grundlage sei „eine Verhaftung wohl möglich gewesen“. Jetzt werde geprüft, ob das Dokument im Landeskriminalamt möglicherweise vorsätzlich zugunsten Amris zurückgehalten wurde. So sollen Verantwortliche offenbar versucht haben, durch Rückdatierung von entscheidenden Aktenvermerken Versäumnisse im Nachhinein zu vertuschen, heißt es bei Bild.de. So umfasse die Anzeige auch den Vorwurf der Urkundenfälschung. Weitere Disziplinarverfahren seien eingeleitet worden.

Der Tunesier Amri war am 19. Dezember mit einem zuvor gekaperten Lastwagen in den Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche gerast. Er tötete zwölf Menschen, weitere 67 wurden bei dem bislang folgenschwersten islamistischen Terroranschlag in Deutschland verletzt. Wenige Tage später wurde Amri auf der Flucht in Italien von der Polizei erschossen.

Der Asylbewerber hielt sich vor allem in NRW und Berlin auf und nutzte diverse Identitäten. Nach dem Anschlag war deutlich geworden, dass Amri deutschen Sicherheitsbehörden schon länger als sogenannter islamistischer Gefährder bekannt war und er sogar zeitweise überwacht wurde. Verhaftet wurde er indes nicht. Bekannt ist auch, dass er zeitweise in der Berliner Drogenszene aktiv war.

Von RND/dpa