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Deutschland / Weltweit Macron und Trump suchen nach gemeinsamen Plan
Nachrichten Politik Deutschland / Weltweit Macron und Trump suchen nach gemeinsamen Plan
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05:56 25.04.2018
Den beiden Präsidenten wird ungeachtet teils sehr unterschiedlicher Auffassungen zu Politik und Politikstil ein gutes persönliches Verhältnis nachgesagt. Quelle: AP
Washington

Für die hohe Schule der Diplomatie sind es drei spannende Tage. Zu beobachten ist ein führender europäischer Politiker, der das Unmögliche möglich machen will: Macron sucht den freundschaftlichen Draht zu Donald Trump - trotz der Ausfälle des US-Präsidenten, und trotz all der Beleidigungen, die sich gestandene Politiker von dem Quereinsteiger anhören müssen.

Macron lässt sich von den Provokationen offenbar nicht abschrecken und stellt sich demonstrativ an die Seite des 71-Jährigen. Eine Charmeoffensive, die ihre Wirkung nicht verfehlt: Trump bezeichnet seinen Kollegen aus Paris als „meinen Freund“ und betont vor den versammelten Journalisten, dass Macron als „großer Präsident“ in die Geschichte eingehen werde.

Wie es für einen offiziellen Staatsbesuch in Washington Tradition ist, spulen die Gastgeber das ganz große Programm ab: 500 Militärangehörige, teils in historischen Uniformen, marschieren zur Begrüßung am Weißen Haus auf.

Beide Staatsmänner gelten als Außenseiter

Am Montagabend gab es zudem ein privates Abendessen auf Mount Vernon, dem einstigen Landsitz von George Washington. Der historische Hintergrund der Einladung: Der erste US-Präsident gewann die Franzosen als Verbündete und siegte - unter anderen - dank ihrer Unterstützung im Unabhängigkeitskrieg.

Erwartungsgemäß schlagen beide Staatsoberhäupter in dieser Woche einen Bogen von der damaligen Verbundenheit zum jüngsten gemeinsamen Militärschlag gegen Syrien. Auch am Dienstagabend, beim großen Festbankett im Weißen Haus mit 150 Gästen, beschwört Trump gleich mehrfach die Geschichte und bezeichnet Frankreich als „ältesten Alliierten“.

Tatsächlich kommt die persönliche Allianz nicht von Ungefähr: Beide Staatsmänner gelten im politischen Spektrum ihrer Länder als Außenseiter, oder wie es Macron vor Monaten selbst beschrieb, als „untypische Charaktere“. Und beide Präsidenten stehen daheim vor gewaltigen Herausforderungen.

Trump und Macron kritisieren Deutschland

Einig sind sich beide nicht zuletzt in ihrer Kritik an Deutschland: Trotz seiner Wirtschaftsmacht würde Berlin nicht genügend zur gemeinsamen Verteidigung beitragen. Die Zeit der sicherheitspolitischen Trittbrettfahrerei müsse bald zuende gehen. Vorwürfe, die sich Angela Merkel sicherlich auch am Freitag anhören muss, wenn sie zu ihrem ersten Besuch nach ihrer Wiederwahl in Washington eintrifft.

Nichtsdestotrotz versteht sich Macron bei seinem Besuch auf der anderen Seite des Atlantiks in erster Linie als Interessenvertreter Europas. Mit Blick auf den anhaltenden Streit um die drohenden Strafzölle auf Stahl und Aluminium sagt der 40-Jährige denn auch direkt zu Trump: „Angesichts der Herausforderungen in der Sicherheitspolitik können wir uns einen Handelskrieg nicht leisten.“

Zum ersten Staatsbesuch seiner Amtszeit hat US-Präsident Donald Trump seinen französischem Amtskollegen Emmanuel Macron mit militärischen Ehren vor dem Weißen Haus begrüßt. Die Bilder aus Washington.

Das harte diplomatische Ringen hinter den Kulissen hält zudem mit Blick auf den Iran an. Trump wiederholt zwar seine Geringschätzung gegenüber dem Abkommen und droht Teheran: „Wenn der Iran uns bedroht, dann wird er einen Preis zahlen, den wenige Länder bezahlt haben.“ Dennoch herrscht in der französischen Delegation ein verhaltener Optimismus: Beide Seiten würden nach Wegen suchen, wie sich das Abkommen verbessern lasse.

Frankreich will weitere Eskalationen vermeiden

Die amerikanische Kritik, dass Teheran mit Nachdruck sein Raketenprogramm vorantreibe und sich militärisch massiv in seinen Nachbarregionen einmische, werde grundsätzlich von der französischen Regierung geteilt. Dennoch müsse alles darangesetzt werden, weitere Eskalationen zu vermeiden.

In die gleiche Richtung weisen auch die jüngsten Berichte, wonach sich deutsche, französische und britische Regierungskreise in vertraulichen Verhandlungen mit dem US-Außenministerium auf eine Zusatzvereinbarung geeinigt haben, um eine gemeinsame Linie gegen den Iran aufrechtzuhalten.

Ob Trump auf diesen Schachzug der Europäer eingeht, lässt sich noch nicht mit Bestimmtheit sagen. Aber Macrons Besuch trägt offenbar dazu bei, das diplomatische Ringen mit dem Iran nicht vorschnell aufzugeben.

Von RND/Stefan Koch

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