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Deutschland / Weltweit Nordkorea feuert wieder Mittelstreckenrakete ab
Nachrichten Politik Deutschland / Weltweit Nordkorea feuert wieder Mittelstreckenrakete ab
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12:51 21.05.2017
Das Standbild eines Videos zeigt Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un auf einem angeblichen Testgelände für Raketen. Quelle: dpa
Seoul

Nordkorea hat wieder eine Mittelstreckenrakete getestet. Sowohl Südkorea als auch die USA bestätigten, dass aus der Nähe der Hauptstadt Pjöngjang am Sonntag ein Geschoss abgefeuert worden sei. Der Generalstab in Seoul erklärte, die Rakete sei aus der Umgebung von Pukchang rund 500 Kilometer nach Osten geflogen.

Aus dem Weißen Haus hieß es, es habe sich um eine Rakete mit geringerer Reichweite gehandelt als jene, die bei den jüngsten Tests verwendet wurde. Nordkorea hatte vor einer Woche erfolgreich eine neue Mittelstreckenrakete getestet, die nach Angaben von Experten eines Tages dazu in der Lage sein könnte, die US-Staaten Alaska oder Hawaii zu erreichen.

„Unser Militär beobachtet das nordkoreanische Militär genau auf jegliche weitere Provokation und bleibt in Bereitschaft, um zu reagieren“, hieß es in einer Erklärung des Generalstabs. Präsident Moon Jae In berief in seinem Amtssitz in Seoul den Nationalen Sicherheitsrat ein, um über den Raketentest zu beraten, wie sein Büro mitteilte.

Bewährungsprobe für Südkoreas Präsidenten

Unter Machthaber Kim Jong Un hat Nordkorea sein Raketenprogramm aggressiv vorangetrieben und auch mehrere Atomtests vorgenommen. Mit jedem Test missachtet die Regierung in Pjöngjang Resolutionen des UN-Sicherheitsrats. Die USA haben deshalb zu härteren Sanktionen aufgerufen. Washington fürchtet, dass ein ungebremstes Nordkorea bald in der Lage sein könnte, einen Atomsprengkopf auf eine Interkontinentalrakete zu platzieren, die auch das US-Festland erreichen könnte.

Für den neuen südkoreanischen Präsidenten Moon sind die jüngsten Tests eine schwierige Bewährungsprobe. Er hatte bei seinem Amtsantritt am 10. Mai eigentlich erklärt, er wolle den Dialog mit Nordkorea suchen. Nur wenige Stunden vor dem neuerlichen Raketenstart hatte er seinen Kandidaten für das Amt des Außenministers und seine Spitzenberater in außenpolitischen und Sicherheitsfragen benannt.

Von RND/aks