Bundesbank-Vorstandsmitglied Thilo Sarrazin will sich offenbar zu seiner von der Bundesbank beantragten Entlassung oder dem SPD-Ausschlussverfahren öffentlich nicht mehr äußern. Antworten auf entsprechende Fragen verweigerte er am Montagvormittag am Rande einer Podiumsdiskussion. Lediglich zu einem Angebot des früheren Hamburger Bürgermeister Klaus von Dohnanyi (SPD), ihn vor der SPD-Schiedskommission zu verteidigen, sagte Sarrazin: „Da rede ich erstmal mit Herrn von Dohnanyi.“ Inzwischen wird Sarrazin von vier Leibwächtern des Bundeskriminalamtes begleitet. Am Montagnachmittag wollte die Berliner SPD-Spitze über das Ausschlussverfahren beraten.
Dohnanyi hatte Sarrazin in einem Beitrag in der „Süddeutschen Zeitung“ in Schutz genommen und geschrieben, er sei bereit, ihn vor der SPD zu verteidigen. Sarrazin würde wegen seines umstrittenen Buchs „aus keiner anderen europäischen Linkspartei ausgeschlossen“, zeigte sich Dohnanyi überzeugt.
In der Diskussion des „Behörden Spiegels“, an der auch die frühere Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth (CDU) teilnahm, verteidigte Sarrazin erneut die Hauptthese seines Buches, dass besonders muslimische Einwanderergruppen oft zu wenig integrationsbereit seien. “70 Prozent der Migranten sind bestens integriert in der zweiten Generation. 30 Prozent haben enorme Probleme und das sind die Migranten aus den muslimischen Ländern.“
Der Landesvorstand der Berliner SPD wollte am Nachmittag gegen 16.30 Uhr über den geplanten Parteiausschluss beraten. Erwartet wird, dass sich die Parteispitze dem vom Kreisverband Charlottenburg-Wilmersdorf eingeleiteten Verfahren anschließt. Landesparteichef Michael Müller hatte bereits gesagt, die Haltung des früheren Finanzsenators sei mit den Grundwerten der SPD unvereinbar. Müller will um 17.30 Uhr eine Erklärung abgeben. Auch die Bundespartei hat die Einleitung des Ausschlussverfahrens bereits beschlossen.
Sarrazin, der während der Debatte auch Zwischenapplaus erhielt, wurde beim Verlassen des Gebäudes in der Friedrichstraße beschimpft. Während er begleitet von den Leibwächtern zu seinem Auto ging, rief ein junger Mann aus einem an der Ampel wartenden Wagen: „Sarrazin, Du Nazischwein.“
dpa
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Kommentare
allgemein... Grrr – 07.09.10
eigentlich weiß jeder, dass es Brennpunkte gibt in deutschen Städten. Ganz klar muss hier direkt bei der Armut, Angst und Kriminalität angesetzt werden. Fähige Leute muss man da reinschicken und verändern, helfen, und das Zusammenleben fördern und Perspektive schaffen, gemeinsame Kultur fördern und unterstützen und nicht abstempeln, abgrenzen und Vorurteile schüren. Negativschlagzeilen bewirken das Gegenteil, aber das frisst unser Volk halt. Ohne Skandalschlagzeile wäre wohl auch Hartz4 oder die Wirtschaftskrise weitaus weniger schlimm. Wer braucht eine solche Miesmacherei? Ich denke unser Volk will es so. Ebenso verhält sich das mit der Integration usw. Die Skandalpresse weiß halt, was Emotionen sind, was die Leute fressen und wie man das graue deutsche Volk in den Volks-Jeans von KIK erreicht. Ohne Skandalschlagzeile als Tageslosung liefe wohl vieles anders in diesem Land und die entgleisten Thesen Sarrazins wären weniger laut und "wahr" geworden.Einerseits kann ich verstehen, warum der Herr Sarrazin sich nicht äußert. Weil er keine Schlagzeilen über sich selbst will. Andererseits muss er die Öffentlichkeit schon aufklären, wenn er sich eben für die angeprangerten benannten Missstände eínsetzt. Das wäre 'ne Schlagzeile wert! Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
sarrazin auch du – 07.09.10
würden die politiker sarrazin recht geben müßten sie sich selbst eingestehen nichts fertiggebracht zu haben , und wer tut das schon! Auf diesen Kommentar antworten Kommentar meldensarrazin ich – 07.09.10
dem nazi schwein rufer sollte man mal kräftig in den arsch treten Auf diesen Kommentar antworten Kommentar meldenKommentar schreiben
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