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Deutschland / Weltweit Historisches Treffen: Trump spricht von „großartiger Beziehung“ zu Kim
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08:36 12.06.2018
Kim Jong Un und Donald Trump treffen im Capella Hotel in Singapur aufeinander Quelle: AP
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Singapur

US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un haben sich im Rahmen ihres ersten gemeinsamen Gipfeltreffens die Hand gegeben. Die vierstündige Zusammenkunft ist historisch, noch nie haben sich ein amtierender US-Präsident und ein Staatschef Nordkoreas persönlich getroffen. Trump sprach vor dem Einzelgespräch mit Kim von einer „großartigen Beziehung“. Kim hob den besonderen Moment hervor: Viele Leute weltweit würden das wohl für eine Szene aus einer Fantasie halten, „aus einem Science-Fiction-Film“, sagte er.

Viele Leute weltweit würden das wohl für eine Szene aus einer Fantasie halten, „aus einem Science-Fiction-Film“, sagte hingegen Kim Jong Un. Der Gipfel soll nach bisheriger Planung bis in den Nachmittag dauern.

Die wichtigste Themen sind der Streit um das nordkoreanische Atomprogramm, die Verbesserung der bilateralen Beziehungen und eine dauerhafte Friedenslösung für die koreanische Halbinsel.

Abschluss

Nach den Gesprächen am Vormittag haben die Staatschefs eine Vereinbarung unterzeichnet. Das hatte Trump zuvor bei einem Spaziergang durch das Capella-Tagungshotel angekündigt. Welchen Inhalt das von Kim Jong Un als „historisch“ bezeichnete Dokument hat, ist bisher nicht bekannt.

Das Mittagessen

Im Anschluss an das Gruppengespräch haben sich Trump und Kim zum Mittagsessen in einer Zehner-Runde zurückgezogen. Auf dem Menü standen unter anderem eingelegte Rippchen vom Rind in Rotweinsauce mit gedünstetem Brokkoli und Kartoffelgratin. Zudem wurden als Hauptspeise süß-saures Schweinefleisch mit gebratenem Reis sowie Kabeljau mit asiatischem Gemüse angeboten.

„Es ist besser gelaufen, als irgendjemand hätte erwarten können, Spitzenklasse“, sagte Trump nach dem Essen.

Das Gruppentreffen

Nach ihrem etwa 45-minütigen Einzelgespräch kamen Trump und Kim zu einem Gruppentreffen zusammen. Auf nordkoreanischer Seite nahmen Außenminister Ri Yong Ho, sein Vorgänger Ri Su Yong und der früherer Geheimdienstchef Kim Yong Chol teil. Ihnen gegenüber saßen US-Außenminister Mike Pompeo, der Stabschef des Weißen Hauses John Kelly und Sicherheitsberater John Bolton.

Der historische Handschlag

Um 9.03 Uhr Ortszeit gaben sich Kim Jong Un und Donald Trump die Hand. Beide lächeln, wirkten aber konzentriert. „Wir werden ein großartiges Verhältnis haben“, sagte Trump bei einem kurzen Presse-Statement. „Alte Praktiken und Vorurteile haben gegen uns gearbeitet. Aber wir haben sie alle überwunden. Und jetzt sind wir hier“, sagte Kim Jong Un. Nach knapp einer Minute zogen sich beide mit Dolmetschern zu einem persönlichen Gespräch zurück.

Auf der Insel Sentosa sind sich US-Präsident Donald Trump und der nordkoreanische Machthaben Kim Jong Un erstmals begegnet.

Trump und Kim treffen auf Sentosa ein

Der US-Präsident und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un sind am Ort des Gipfeltreffens eingetroffen. Um 8:13 Uhr (Ortszeit) war zu sehen, wie Trumps Wagenkolonne am Grundstück des Luxushotels Capella Halt machte.

Trumps Wirtschaftsminister erleidet Herzattacke

Kurz vor dem Treffen hat der Wirtschaftsberater des US-Präsidenten, Larry Kudlow, eine Herzattacke erlitten. Das gab Donald Trump auf Twitter bekannt. Kudlow gilt als eine der Schlüsselfiguren in der umstrittenen Handelspolitik des Weißen Hauses. Er war an der Politik Trumps auf dem G7-Gipfel in Kanada beteiligt, die zum Eklat führte und die Partner der USA verprellte. Kudlow werde im Militärkrankenhaus Walter Reed nahe Washington behandelt, teilte Trump weiter mit.

Rundgang durch Singapur

Am Abend vor dem Treffen hat Kim Jong Un einen Rundgang durch das nächtliche Singapur unternommen. Dabei ließ er sich sogar mit dem Außenminister des Stadtstaats auf einem Selfie ablichten. Kim habe bei seinem Spaziergang angemerkt, dass der Stadtstaat „sauber und wunderschön“ sei und „jedes Gebäude Stil“ habe, zitierte ihn die staatliche Nachrichtenagentur KCNA am frühen Dienstagmorgen.

Eine Nation und 65 Jahre Feindschaft: Der lange Weg zur Versöhnung

1948 – die Teilung Koreas wird besiegelt:Mit der japanischen Kapitulation endete 1945 die 35-jährige Kolonialherrschaft Japans in Korea. Die Siegermächte USA und Sowjetunion teilen Korea in zwei Einflusszonen auf: 1948 wird am 15. August im Süden die Republik Korea gegründet und am 9. September im Norden die Demokratische Volksrepublik Nordkorea ausgerufen. Erster Staatschef im Norden wird Kim Il Sung, der Großvater des heutigen Präsidenten Kim Jong Un.

1950 – der Koreakrieg beginnt:Im Juni stoßen nordkoreanische Truppen in den Süden vor. Der Weltsicherheitsrat verurteilt – ohne die UdSSR – Pjöngjang als Aggressor und stellt UN-Friedenstruppen unter US-Kommando auf. China entsendet eine Million „Freiwillige“ zur Unterstützung Nordkoreas. Erst im Juli 1953 beendet ein Waffenstillstandsabkommen den Krieg. Einen Friedensvertrag gibt es bis heute nicht. 1972 aber erklären beide Staaten gemeinsam die Wiedervereinigung zum Ziel.

1990 – vorsichtige Annäherung: Erstmals treffen im September die Regierungschefs beider Staaten zusammen. Vier Jahre später stirbt, nach 46-jähriger Herrschaft, der Diktator Kim Il Sung. Sein Sohn Kim Jong Il wird neuer Staatsführer. 1996 schlagen Südkoreas Präsident Kim Young Sam und US-Präsident Bill Clinton Vierergespräche zwischen Nord- und Südkorea, den USA und China vor. Diese werden in New York und Genf abgehalten.

1998 – Sonnenscheinpolitik und Feuergefechte:In seiner Antrittsrede spricht der südkoreanische Präsident Kim Dae Jung von Aussöhnung und wirtschaftlicher Zusammenarbeit mit dem Ziel der Wiedervereinigung („Sonnenscheinpolitik“). Wegen immer neuer Scharmützel enden Friedensverhandlungen ergebnislos. Im Jahr 2000 werden immerhin „vertrauensbildende Maßnahmen vereinbart“ und ein Verbindungsbüro eröffnet.

2002 – die Atomkrise nimmt ihren Anfang:Die USA legen Beweise für ein verdecktes Programm Nordkoreas zur Urananreicherung vor. Pjöngjang tritt im Januar 2003 aus dem Atomwaffensperrvertrag aus. Die USA, Südkorea, China, Japan und Russland verhandeln mit dem Diktator. Doch Nordkorea erklärt 2005, Atomwaffen zur Selbstverteidigung hergestellt zu haben und sich auf unbestimmte Zeit aus den Sechs-Länder-Gesprächen zurückzuziehen.

2017 – die Welt in Angst:Beim sechsten Atomwaffentest zündet Nordkorea nach eigenen Angaben eine Wasserstoffbombe. Schon 2006, als Pjöngjang den ersten unterirdischen Atomtest startete, hatten die UN Sanktionen verhängt, die nach weiteren Tests in den Folgejahren immer wieder verschärft werden. Der Dritte in der Kim-Dynastie, Kim Jong Un, provoziert seit 2011 – und lenkt im April 2018 überraschend ein.

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