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Deutschland / Weltweit Venezuela: Dutzende Tote bei Gefängnisaufstand
Nachrichten Politik Deutschland / Weltweit Venezuela: Dutzende Tote bei Gefängnisaufstand
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08:13 17.08.2017
Sicherheitskräfte in Venezuela (Symbolbild). Quelle: dpa
Puerto Ayacucho

37 Tote, zahlreiche Verletzte – das ist die Bilanz der Erstürmung eines Gefängnisaufstandes im Westen von Venezuela. Zu der Eskalation kam es am Mittwoch (Ortszeit) in Puerto Ayacucho, als die Anstalt von Polizei- und Militäreinheiten gestürmt wurde, um den Inhaftierten Waffen abzunehmen, die dort hineingeschmuggelt worden waren.

Der Gouverneur des Bundesstaates Amazonas, Liborio Guarulla, kritisierte den Einsatz scharf und sprach von einem „Massaker

Die Generalstaatsanwaltschaft Venezuelas teilte mit, es habe mindestens 37 tote Häftlinge und 14 Verletzte unter den Sicherheitskräften gegeben. Laut Zeugenberichten ereigneten sich bei der Erstürmung der Haftanstalt wilde Schießereien zwischen Sicherheitskräften und Gefangenen. Die meisten überlebenden Insassen wurden in Militäreinrichtungen gebracht.

Jeder dritte Häftling tot

Puerto Ayacucho liegt am Orinoco im tropischen Regenwaldgebiet an der Grenze zu Kolumbien, 700 Kilometer südlich der Hauptstadt Caracas. Bei dem Gefängnis handele es sich um eine Einrichtung für Personen in Untersuchungshaft, die auf ihren Prozess warten, sagte Guarulla. Nach Angaben des Gouverneurs saßen dort zuletzt 105 Häftlinge ein. Im örtlichen Krankenhaus seien 37 Leichen gezählt worden, mehr als jeder Dritte von ihnen sei nun also tot.

Vor einem Jahr war Guarulla zufolge in dem Gefängnis ein inhaftierter Kämpfer der kolumbianischen ELN-Guerilla („Ejército de Liberación Nacional“) gestorben. Die Guerilla, die im kolumbianisch-venezolanischen Grenzgebiet aktiv ist, habe seinen Tod rächen wollen. „Die Inhaftierten haben sich bewaffnet, um für eine Aktion der Guerilla gewappnet zu sein.“ Die Behörden hätten daraufhin ihre Entwaffnung angekündigt. Das habe zu der Erstürmung geführt.

Angespannte Sicherheitslage

Guarulla ist indigener Abstammung und regiert den Bundesstaat Amazonas seit 2001. Er ist Mitglied der Partei Movimiento Progresista de Venezuela, die zum Oppositionsbündnis „Mesa de la Unidad Democrática“ (MUD) gehört. Der MUD wirft dem sozialistischen Staatschef Nicolás Maduro die Umwandlung des Staates in eine Diktatur vor.

Die Sicherheitslage im Land mit den größten Ölreserven ist extrem angespannt, die Lage in den Gefängnissen auch wegen der Versorgungskrise katastrophal. Viele Häftlinge sind abgemagert, zuletzt kam es gehäuft zu Aufständen. Im April starben in Barcelona an der Karibikküste zwölf Menschen. Venezuela leidet seit Jahren unter sehr hohen Mordraten und Gewalt.

Von RND/dpa

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