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Gesundheitswesen

Verbraucherschützer spricht sich für Patientenquittungen aus

Der Chef des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen, Gerd Billen, hat sich für Patientenquittungen ausgesprochen und verspricht sich davon mehr Transparenz im Gesundheitswesen. „Dann haben die Versicherten einen Überblick, was die Untersuchungen, Anwendungen und Verschreibungen, die der Arzt vorgenommen hat, kosten“, sagte Billen.
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Der Chef des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen: Gerd Billen.

Der Chef des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen: Gerd Billen.

© dpa

In der Debatte um mehr Transparenz im Gesundheitswesen hat sich der Chef des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen, Gerd Billen, für Patientenquittungen ausgesprochen. Darauf sollen alle nach einem Arztbesuch alle erhaltenen Leistungen genau aufgeführt werden.

„Dann haben die Versicherten einen Überblick, was die Untersuchungen, Anwendungen und Verschreibungen, die der Arzt vorgenommen hat, kosten“, sagte Billen der „Rheinischen Post“ (Sonnabend). Von einer solchen Quittung verspricht sich Deutschlands oberster Verbraucherschützer mehr Transparenz. „Das dient nicht nur der Kontrolle, ob der Arzt alles richtig macht, sondern führt auch beim Versicherten zu einem neuen Bewusstsein“, betonte Billen.

Bei den Arzneimittelpreisen setzt der Chef der Monopolkommission, Justus Haucap, auf Reformen in der Apothekerbranche. Produkte, die nicht beratungsintensiv sind, sollten nicht mehr exklusiv in Apotheken vertrieben werden, sagte der Vorsitzende des Beratungsgremiums der Bundesregierung in Wettbewerbsfragen der „Bild“-Zeitung (Samstag). „Kopfschmerztabletten oder Nikotinpflaster können genau so gut in Drogeriemärkten angeboten werden.“

„Die Pharmaindustrie wird beschnitten, Ärzten und Kliniken winken Nullrunden - es ist ökonomisch nicht zu erklären, warum die Apotheken ungeschoren davon kommen, höchstens politisch, weil diese Lobby sehr stark ist“, kritisierte Haucap. Er schlägt vor, die feste Vergütung der Apotheken von 8,10 Euro pro verschriebenem Arzneimittel frei zu geben. „Auch die Rezeptgebühr kann man abschaffen. Dafür könnten Apotheken weniger Pharma-Zeitschriften, Taschentücher oder Traubenzucker verschenken.“ Hätte der Kunde die Wahl, würde er lieber Geld sparen und auf die Beigaben verzichten, vermutet Haucap.

Nach Informationen des „Spiegels“ unterläuft die Pharmabranche das jüngst von der Bundesregierung verabschiedete Arzneimittel-Sparpaket. Viele Anbieter hätten Mitte Juli ihre Preise kurzfristig erhöht, nur um sie jetzt, bei Inkrafttreten eines 16-prozentigen Zwangsrabatts, wieder abzusenken. Stefan Kapferer, Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium, kündigte an: „Sollten wir feststellen, dass eine relevante Zahl von Unternehmen die Preisschaukel missbräuchlich nutzt, müssen wir das Gesetz noch einmal ändern.“

SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles forderte im Interview mit der Zeitung „Der Prignitzer“ (Samstag) für den Arzneimittelbereich eine starke Kostendämpfungsinitiative. Dazu müsste sich allerdings Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) „mit der Lobby der Ärzte und der Pharmaindustrie anlegen. Er macht das bestenfalls halbherzig oder an der falschen Stelle“, kritisierte Nahles.

dpa


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