Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Deutschland / Weltweit Wehrbeauftragter sieht Mängel bei Einsatz in Mali
Nachrichten Politik Deutschland / Weltweit Wehrbeauftragter sieht Mängel bei Einsatz in Mali
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:55 18.12.2016
Hans-Peter Bartels (SPD), Wehrbeauftragte des Bundestages. Quelle: dpa
Berlin/Bamako

Es gebe Probleme mit der Wasserversorgung der Truppe sowie Koordinierungsschwierigkeiten bei der Abstimmung der militärischen und zivilen Hilfsmissionen, sagte Bartels dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND), zu dem auch diese Zeitung gehört.

Gefährlicher Einsatz in Goa

Bartels verwies darauf, dass die Mission in der Wüstenstadt Goa den „gefährlichsten Einsatz der Vereinten Nationen“ darstelle. Die deutschen Soldaten seien gut ausgerüstet und ausgebildet. Die Sicherung der Luftbeweglichkeit sei am Rande der Wüste von existenzieller Bedeutung. Allerdings gebe es Probleme „unter anderem mit der sehr knappen Trink- und Brauchwasserversorgung“.

Befürchtungen, Mali könnte sich zu einer ähnlich ungewissen Mission wie Afghanistan entwickeln, wies Bartels grundsätzlich zurück. Die Aufträge seien nicht zu vergleichen, sagte der Wehrbeauftragte. „Aber aus den Erfahrungen des internationalen Afghanistan-Engagements kann man lernen, wie wichtig eine zentrale Führung oder wenigstens Koordination der unterschiedlichen militärischen und zivilen Hilfsmissionen im Land wäre.“ Die Bundeswehrsoldaten bräuchten für den Mali-Einsatz zwar kein klar benennbares End- und Zieldatum. „Wichtig ist aber ein Plan, ist eine realistische gemeinsame Strategie der internationalen Helfer“, betonte Bartels.

Von der Leyen will mehr Soldaten nach Mali entsenden

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) besucht am Montag und Dienstag die deutsche Soldaten in Mail. Sie leisten auch über Weihnachten Dienst bei der gefährlichen Mission: Immer mehr Soldaten sollen Terrorismus, Kriminalität und Armut eindämmen. Nach gültiger Mandatslage kann sich die Bundeswehr mit bis zu 650 Soldaten und einem robusten Mandat an der UN-Stabilisierungsmission sowie an einer Ausbildungskomponente beteiligen.

Die Bundesverteidigungsministerin möchte, dass der Bundestag im Januar das deutsche Mali-Kontingent auf rund 1000 Soldaten aufstockt, auch um die bisher von den Niederlanden betreute Rettungskette im Norden Malis zukünftig zu übernehmen. Dabei geht es unter anderem um drei „Tiger“ Kampfhubschrauber, um drei Sanitätshubschrauber vom Typ NH90 sowie um zwei Transportmaschinen für die UN-Friedensmission.

Ausweitung des UN-Mandats auch auf Südsudan?

Neben der Debatte um eine Intensivierung des Bundeswehr-Einsatzes in Mali gibt es UN-Vorbereitungen auf einen erweiterten Militäreinsatz zur Befriedung der sich verschärfenden bürgerkriegsähnlichen Situation im Südsudan. Nato-Militärs und deutsche Regierungspolitiker befürchten, dass mit diesen UN-Plänen eine baldige Ausweitung des Bundeswehr-Mandats für den Südsudan verbunden sein könnte.

Innerhalb der Bundesregierung ist die militärische Begleitung des deutschen und europäischen Afrika-Engagements nicht unumstritten. Nach Informationen des RedaktionsNetzwerks Deutschland hat Bundesentwicklungsminister Gerd Minister (CSU) intern sowohl in Regierungs- als auch in CSU-Beratungen davor gewarnt, eine Lösung der humanitären und ökonomischen Schwierigkeiten vom Einsatz immer weiterer Soldaten zu erwarten.

Von RND

Jordanien gilt in der konfliktreichen arabischen Welt als Insel der Ruhe. Nun erschüttert ein blutiger Anschlag das Königreich, bei dem die Täter auch eine Urlauberin erschossen und Geiseln nahmen. Das dürfte die für Jordanien wichtige Tourismusbranche treffen.

18.12.2016

Hamburg wird ein mutmaßlicher Spion des türkischen Geheimdiensts festgenommen. Einem Medienbericht zufolge soll er auch Attentate auf zwei hochrangige Kurden in Europa geplant haben.

18.12.2016

Die Mehrheit der Franzosen sieht in dem konservativen Kandidaten François Fillon den Favoriten bei der Präsidentenwahl im Frühjahr.

18.12.2016