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Deutschland / Weltweit „Wir werden die Wahl mit Teamplay gewinnen“
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16:05 29.01.2017
„Mit Martin Schulz ist ein Neuanfang da, weil er die notwendige Glaubwürdigkeit besitzt, die Ausstrahlung, das Selbstbewusstsein und das Vertrauen der gesamten Partei.“ Das sagt SPD-Vize Thorsten Schäfer-Gümbel. Quelle: dpa
Berlin

Am Sonntag erklärte Martin Schulz, was er sich als Kanzlerkandidat vornehmen wird. Die Sozialdemokraten hoffen auf ein Chance bei der Bundestagswahl gegen Angela Merkel. SPD-Vize Thorsten Schäfer-Gümbel skizziert im Interview, wie die SPD gegen die Kanzlerin gewinnen kann.

Frage: Herr Schäfer-Gümbel, ist ab jetzt in der SPD wieder Mannschaftsspiel in einer euphorisierten Partei angesagt?

Thorsten Schäfer-Gümbel: Wir werden nur mit Mannschaftsspiel erfolgreich sein. Martin Schulz weiß das und lebt genau das. Wir werden die Wahl auch mit erkennbarem Teamplay gewinnen.

Ist es eine Fehleinschätzung von Sigmar Gabriel, er sei als Vorsitzender am Hochseil gehangen und der Rest hat von unten zugesehen?

Ich teile dieses Bild überhaupt nicht. Gerade in den letzten Monaten hat die SPD in ihrer Führung ein Höchstmaß an Solidarität und Geschlossenheit gezeigt. Und das, obwohl wir massiv unter Druck standen. Wenn Sigmar Gabriel das anders wahrgenommen hat, hat er aus seiner Sicht sicher Gründe und dann ist auch ein Stück Wahrheit dabei. Aber mein Blick ist ein anderer.

Hätte die SPD-Führung einen Kanzlerkandidaten Gabriel verhindert, wäre auch ohne Schulz die jetzt behauptete Euphorie entstanden?

Wenn Euphorie ein überschwängliches Glücksgefühl vor dem physischen und psychischen Zusammenbruch ist, dann ist die SPD nicht euphorisch. Aber es gibt eine massive Aufbruchstimmung. Mit dieser Entscheidung gibt es eine enorme Zuversicht für einen erfolgreichen Bundestagswahlkampf. Es war von vornherein klar, dass am Ende die Entscheidung der Parteispitze in der „K“-Frage eine geschlossene und gemeinsame sein wird. Alles andere spielt jetzt keine Rolle mehr.

Hilft es der SPD, dass sie nun einen Kanzlerkandidaten hat, der erstmals nichts mit der „Agenda 2010“ zu tun hat?

Ja.

Weil die SPD damit beginnen kann, sich mit sich selbst wieder zu versöhnen?

Versöhnung setzt konkrete Entscheidungen voraus. Mindestlohn und abschlagsfreie Rente sind dafür nur zwei Beispiele.

Was wird Martin Schulz anders machen?

Wir brauchen eine neue Agenda der sozialen Gerechtigkeit und des Zusammenhalts. Dabei geht es nicht nur aber auch um einen besseren Sozialstaat. Mit Martin Schulz ist ein Neuanfang da, weil er die notwendige Glaubwürdigkeit besitzt, die Ausstrahlung, das Selbstbewusstsein und das Vertrauen der gesamten Partei. Er steht auch dafür, dass die SPD mit klarer Haltung antidemokratischen, rechtspopulistischen Strömungen entgegentritt. Und dabei geht es nicht nur um die AfD. Wenn ein demokratischer US-Präsident über Legitimität von Folter in einem demokratischen Rechtsstaat spricht, dann ist das eine Perversion der westlichen Werte. Unsere Antwort auf „Amerika zuerst“ ist „Humanität zuerst“.

Braucht die SPD ein zweites Godesberg, ein neues, gerechtes, digitales Grundsatzprogramm?

Wir brauchen eine neue sozialdemokratische Vision im Umgang mit Digitalisierung und Globalisierung. Arbeit und soziale Gerechtigkeit sind auch in Zukunft die zentralen Themen. Heute kann sich kaum noch jemand vorstellen, wie die Welt vor Erfindung des Smartphones und des Tablets war. Wir müssen auf die rasante Veränderung zwei zentrale Antworten geben. Sozialstaat und Digitalisierung müssen in einer veränderten Arbeitswelt zusammenpassen. Also: Ja, wir brauchen so etwas wie ein digitales Godesberg. Für die SPD bedeutet das auch eine Rückbesinnung auf ihre Gründungsgeschichte. Die deutsche Sozialdemokratie entstand als die Partei der Arbeiter, aber auch des Handwerks, also der Freiberufler. Dafür brauchen wir eine neue Vision. Eine Verengung auf die Sozialstaatspartei würde der SPD nicht gerecht. Wir waren und wir sind die Partei der modernen und innovativen Arbeitsgesellschaft.

Von RND/Andreas Niesmann und Dieter Wonka

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