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Deutschland / Weltweit Zschäpe: Ich weiß nichts zum Fall Peggy
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11:11 08.12.2016
Die mutmaßliche Rechtsterroristin Beate Zschäpe hat bestritten, etwas über das getötete Mädchen Peggy aus Oberfranken gewusst zu haben. Quelle: dpa
München

Die Hauptangeklagte im Münchener NSU-Prozess, Beate Zschäpe, hat keinen Beitrag zum mysteriösen Mordfall Peggy leisten können. Vor dem Oberlandesgericht ließ sie am Donnerstag über ihren Verteidiger die Frage verneinen, ob sie über Medienberichte hinaus eigene Informationen zum Fall Peggy habe. Weiter äußerte sich Zschäpe nicht zu dem Fall.

Nach dem Fund von DNA-Spuren des NSU-Mitglieds Uwe Böhnhardt in der Nähe des im Juli gefundenen Skeletts der Neunjährigen hatte das Gericht Zschäpe Ende Oktober die Frage zum Fall Peggy gestellt. Sie kündigte daraufhin eine Erklärung an, die sie am Donnerstag verlesen ließ: Ihre knappe Antwort auf die Frage, ob sie etwas über Peggy wisse, das sie nicht aus den Medien habe: „Nein.“

In der Zwischenzeit gab es aber bereits Vermutungen, die DNA-Spur Böhnhardts könnte durch eine Ermittlungspanne an den Leichenfundort gekommen sein.

Angeblich Kinderpornos auf dem NSU-Computer

Peggy war 2001 in Oberfranken verschwunden, ihr Fall gilt als einer der rätselhaftesten Kriminalfälle in Deutschland. Zschäpe ließ ihren Verteidiger auch Fragen des Gerichts zu angeblichen kinderpornografischen Fotos auf einem in der Ruine des letzten Verstecks des NSU-Trios gefundenen Computer beantworten.

Zschäpe ließ erklären, sie habe von den Fotos erst durch Akteneinsicht zu ihrem Fall erfahren. Sie glaube, dass die Bilder durch eine von Mundlos gekaufte gebrauchte Festplatte auf den Computer gekommen sein könnten. Mundlos habe immer wieder gebrauchte Festplatten gekauft und Computer selbst zusammen gebaut. Auf den Computer mit den Bildern habe sie ebenfalls Zugriff gehabt, auch Uwe Böhnhardt habe den PC genutzt.

Zschäpe ist wegen der rechtsextrem motivierten NSU-Tatserie mit zehn Toten, zwei Bombenanschlägen sowie eine Reihe von Banküberfällen angeklagt. Böhnhardt und Mundlos kamen 2011 mutmaßlich durch Suizid ums Leben. Der NSU-Prozess nähert sich dem Ende, das Gericht leitete bereits das Ende der Beweisaufnahme ein.

Von dpa/afp/RND