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Niedersachsen Ärger wegen Tweet von Althusmann zu Kinderehen
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22:01 30.03.2017
Quelle: HAZ-Collage (dpa/Screenshot)
Hannover

Der CDU-Spitzenkandidat Bernd Althusmann hat Niedersachsens Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz (Grüne) mit einem angeblichen Zitat zu Kinderehen scharf angegriffen. „Grüne Justizministerin in Niedersachsen: ,Zwangsheirat mit minderjährigen Mädchen differenziert betrachten.’ Unfassbar! Untragbar! Unmöglich!“, schrieb Althusmann auf Twitter. Dabei bezog er sich laut CDU auf eine Mitteilung der Ministerin zum Verbot von Kinderehen, in der sie sich aber anders äußerte als behauptet.

Niewisch-Lennartz sagte laut der Mitteilung: „Die Ehen der minderjährigen Kinder und Jugendlichen müssen differenziert betrachtet werden.“ Man müsse die Motive berücksichtigen, die Eltern veranlassen könnten, ihre minderjährigen Töchter vor der Flucht zu verheiraten. Zugleich hatte sie darauf verwiesen, dass Zwangsheirat und sexuelle Handlungen an unter 14-Jährigen in Deutschland bereits jetzt verboten sind.

Die Ministerin versuche, das Verbot der Kinderehe mit einer „verqueren Logik auszuhöhlen“, ließ Althusmann schriftlich mitteilen. „Wenn ein elfjähriges Kind verheiratet wird, ist das eine Zwangsehe und muss nicht differenziert werden.“

Klarstellung von der Ministerin

Niewisch-Lennartz stellte am Donnerstag klar: „Ich bin gegen Kinderehen: Kinder gehören auf die Schulbank und nicht ins Ehebett.“ Im Ausland geschlossene Ehen von Minderjährigen gehörten auf den Prüfstand der Gerichte. Bei Twitter bekam Althusmann dennoch Zuspruch für seine Kritik an vermeintlichen Äußerungen der Justizministerin. Ähnlich wie Niewisch-Lennartz argumentiert jedoch die Caritas: Eltern würden ihre Töchter häufig deshalb verheiraten, um eine sicherere Flucht und Schutz vor sexueller Gewalt zu ermöglichen. Auch die CDU in Sachsen-Anhalt und Nordrhein-Westfalen äußerte sich differenzierter.

Anfang Januar hatte Althusmann bereits mit einer umstrittenen Äußerung zum Attentat in Berlin für Aufregung gesorgt.

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