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Niedersachsen Auch das Landgericht Hannover erhielt eine Bombendrohung
Nachrichten Politik Niedersachsen Auch das Landgericht Hannover erhielt eine Bombendrohung
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19:56 11.01.2019
Auch das Landgericht Hannover erhielt eine Bombendrohung. Quelle: Michael Zgoll
Hannover

Gerichte in mehreren deutschen Städten haben Bombendrohungen erhalten, auch der Norden war betroffen. Teilweise mussten am Freitag Justizgebäude vorübergehend geräumt werden. Die Polizei setzte in einigen Fällen Sprengstoffhunde ein, fand aber nichts Verdächtiges. Die Hintergründe waren zunächst unklar. Bei den Drohungen gegen Gerichte in Kiel und Hamburg soll der Absender eine angebliche „nationalsozialistische Offensive“ gewesen sein.

Auch das Landgericht in Hannover erhielt eine Bombendrohung. Die Polizei stufte den Fall aber nach einer Prüfung offenbar als weniger gravierend ein. Das Gericht musste nicht geräumt werden. „Wir gehen nicht von einer akuten Bedrohungslage aus“, sagte der Sprecher der Polizeidirektion Hannover, Thorsten Schiewe, der HAZ. Nach Angaben des Justizministeriums ging bereits am Donnerstagabend eine E-Mail mit der Drohung ein. Daraufhin habe man die Polizei informiert, sagte Ministeriumssprecher Christian Lauenstein.

Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) verurteilte die Drohungen als Angriff auf die Justiz. „Wer Gerichte bedroht, greift die unabhängige Justiz und unser demokratisches Gemeinwesen an“, sagte Barley. „Diese Straftaten müssen mit allem Nachdruck aufgeklärt und die Täter zur Verantwortung gezogen werden.“

Neben Hannover, Hamburg und Kiel waren auch Gebäude in Potsdam, Magdeburg, Erfurt, Saarbrücken und Wiesbaden betroffen. Überall gaben die Behörden nach Überprüfungen Entwarnung. Zum Vorfall am Landgericht Kiel sagte ein Polizeisprecher: „Es ist eine Mail eingegangen, die mit „nationalsozialistische Offensive“ gezeichnet ist. Derselbe Absender stand unter dem Drohschreiben in Hamburg, wie ein Gerichtssprecher sagte. In beiden Bundesländern ermittelt der Staatsschutz. Eine Einschätzung, wie real ein rechtsextremistischer Hintergrund sein könnte, sei bisher nicht möglich, hieß es von der Polizei in Kiel. Der schleswig-holsteinische Verfassungsschutz hatte bislang offenbar keine Erkenntnisse zu einer Gruppe dieses Namens.

In Potsdam hatten Unbekannte nach Polizeiangaben am Donnerstagabend kurz nach 21 Uhr in einer E-Mail an das Justizzentrum damit gedroht, dort am Freitag einen Sprengsatz zu zünden. Ein Polizeisprecher sagte, etwa zeitgleich seien auch die Drohungen in den anderen Städten eingegangen. Die Schreiben seien ersten Erkenntnissen zufolge gleichlautend gewesen.

Hessens Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) sagte, ein Zusammenhang der Drohung gegen das Wiesbadener Justizzentrum mit den Schreiben in anderen Städten könne nicht ausgeschlossen werden. In Wiesbaden mussten rund 600 Mitarbeiter das Justizzentrum zeitweise verlassen, acht Spürhunde waren im Einsatz. In Potsdam wurden rund 200 Menschen aus dem Justizzentrum gebracht. Am Erfurter Landgericht konnte die Arbeit noch am Vormittag wieder aufgenommen werden, wie eine Polizeisprecherin sagte. Auch im Landgericht Saarbrücken wurde kein gefährlicher Gegenstand gefunden.

In den vergangenen Wochen hatten bereits Bombendrohungen an anderen Landgerichten in Schleswig-Holstein die Einsatzkräfte beschäftigt. Bei keinem der Vorfälle wurden verdächtige Gegenstände gefunden.

Von Marco Seng

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