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Niedersachsen Von Männerbildern und Kostümen
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00:18 18.03.2019
Michael B. Berger Quelle: HAZ

Das war ja ein richtig herziges Gruppenbild, das am Donnerstag am Fuße einer Treppe im Bundestag entstand. Drei Damen mit Angela Merkel vorneweg und fünf Männer, die markig den Blick nach vorne richteten: Der Berliner Koalitionsausschuss. Er hat entschieden, dass es jetzt ein Klimakabinett geben wird. Nun also nach dem Klimawandel das Klimakabinett. Das wird gewiss bald ein Prima-Klima-Gesetz nach dem Gute-Kita-Gesetz verabschieden, sodass Olaf Scholz, der Gute-Laune-Bär der SPD, dereinst verkünden kann, dass das Abtauen der Polkappen bald beendet und seine Kanzlerkandidatur anbrechen werde ...

Immerhin fanden sich auf dem Abschlussfoto des Koalitionsausschusses drei Frauen, was nach dem Alle-Neune-Bild aus dem Bundesinnenministerium (Horst Seehofer und seine acht Staatssekretäre) schon mal ein Fortschritt ist. In einer Gesellschaft, die von Bildern lebt, sind solche Gruppenbilder bereits die Nachricht. So war es ein äußerst gewitzter Schachzug, dass sich die Herren der hannoverschen Ideenexpo diese Woche auf einer Pressekonferenz wie die sieben Samurai präsentierten, um den Mädchenmangel in den sogenannten Mint-Fächern zu illustrieren. Oder war es die schiere Realität? Fragen über Fragen.

­Die löst auch der Auricher SPD-Abgeordnete Jochen Beekhuis aus, der sich in privaten Chats so lästerlich über Frauen, Dicke und Schwule geäußert haben soll, dass nicht nur Genossinnen die Ohren geflattert haben. Sage keiner, dass in der SPD nichts los sei. Die Lästereien wurden allerdings im Dezember illegal ins Netz gestellt, weshalb der Abgeordnete nichts mehr sagt zu der Affäre. Nun droht ihm ein Parteiordnungsverfahren der SPD Weser-Ems, weil auch verdiente Parteigenossinnen unter den Objekten waren. Im Landtag ist der Abgeordnete übrigens kaum so richtig in Erscheinung getreten ...

Apropos Ems: In Lingen an der Ems tagte diese Woche die Bischofskonferenz und beschäftigte sich – wieder einmal – mit der Missbrauchsaffäre. Dazu wollen wir nichts sagen, denn langsam fällt uns nicht mehr viel dazu ein. Aber die Bilder, die über die Agenturen auch nach Hannover kamen, waren für den zivilen Betrachter nicht frei von Surrealität: Lauter gut kostümierte Herren mit lilaroten Käppies und samtenen Umhängen, wie man sie aus grauer Vorzeit kennt. Dagegen kann selbst ein Seehofer mit seinen acht Staatssekretären kaum hervorstechen, zumal es diesen anachronistischen Kostümzwang im Ministerium des Inneren (noch) nicht gibt. Manchmal hat auch profane Kleidung ihre Vorteile. Wie zivile Sitten sowieso.

Von Michael B. Berger

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