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Porträts der ehemaligen Ministerpräsidenten

David McAllister folgt Christian Wulff in die Galerie

Von Klaus Wallbaum

Glogowski, Gabriel, Wulff – nach der Abwahl seiner Regierung ging Ministerpräsident David McAllister am Dienstag in gedämpfter Stimmung vorbei an den Porträts seiner Vorgänger zur Kabinettssitzung. Rot-Grün nahm am Dienstag die Koalitionsverhandlungen auf. Steht die Regierung, bekommt McAllister einen Platz in der Galerie.
Nach der Abwahl seiner Regierung ging Ministerpräsident David McAllister am Dienstag in gedämpfter Stimmung vorbei an den Porträts seiner Vorgänger.

Nach der Abwahl seiner Regierung ging Ministerpräsident David McAllister am Dienstag in gedämpfter Stimmung vorbei an den Porträts seiner Vorgänger.

© dpa

Hannover. Jetzt ist plötzlich Platz im sonst immer so engen Fraktionssaal der CDU, die Abgeordneten haben erheblich mehr Beinfreiheit – es sind nicht mehr so viele von ihnen da. Statt bisher 69 gibt es nur noch 54 Fraktionsmitglieder, und einige bekannte Gesichter fehlen künftig. Bernd Althusmann und Uwe Schünemann, Hartmut Möllring und Gert Lindemann, Aygül Özkan, Johanna Wanka und Elisabeth Heister-Neumann sind nicht mehr dabei. Neben der personellen Auszehrung droht auch der inhaltliche Bedeutungsverlust. Die Macht fehlt in Zukunft, die Entscheidungen der CDU dürften deshalb viel weniger Aufmerksamkeit erzeugen.

Als sich die neue Fraktion am Dienstagnachmittag zum ersten Mal trifft, herrscht eine freundliche, aber gedämpfte Stimmung. Die Abgeordneten warten gespannt auf ihre Führungscrew. Um 13 Uhr geht die Tür auf, und neben Fraktionschef Björn Thümler kommt auch der amtierende Ministerpräsident David McAllister herein. Spontan stehen alle auf und klatschen rhythmisch – vier Minuten lang. Die Fraktion will dem nach der Wahlniederlage schwer angeschlagenen Regierungschef demonstrativ ihre Sympathie ausdrücken. Auf dem Weg zum Platz ganz vorn kommt McAllister an Jan Ahlers (Nienburg) vorbei – der Abgeordnete umarmt ihn. Der Ministerpräsident wirkt müde und mitgenommen, er lächelt nur wenig, bewegt seine Gesichtszüge kaum. Ab und zu winkt er Einzelnen zu, setzt sich dann und sinkt richtig in seinen Stuhl. Sein Blick ist starr nach vorn gerichtet. Von seiner bekannten Witzigkeit ist derzeit überhaupt nichts mehr zu spüren. Es ist die erste schwere Niederlage in seinem politischen Leben, und McAllister hat daran sichtlich zu knabbern. Das wiegt umso schwerer, als er wegen der Kürze seiner Amtszeit als Regierungschef keinen Pensionsanspruch erworben hat.

Die CDU weiß zwei Tage nach der herben Niederlage auch noch nicht, wie sie sich künftig aufstellen wird. Björn Thümler, der allseits als Integrationsfigur geschätzte Fraktionschef, wurde einstimmig im Amt bestätigt – alle weiteren Rollen sind noch nicht verteilt. Die noch am Montag vereinzelt gestreuten Überlegungen, McAllister könnte in wenigen Wochen den Platz Thümlers einnehmen, sind offenbar in den Hintergrund gerückt. Es scheint so zu sein, dass der Ministerpräsident nicht nur vorübergehend als einfacher Abgeordneter im Landtag Platz nimmt. Er bleibt aber Chef des CDU-Landesverbandes – und damit schon in dieser Funktion der eigentliche Kopf der Union in Niedersachsen.

Ob McAllister irgendwann parallel noch ein Amt in Berlin annehmen wird, im Gespräch war stets der Posten des CDU-Generalsekretärs, wird in hannoverschen CDU-Kreisen durchaus für möglich gehalten. Das hängt offenbar ganz davon ab, ob Angela Merkel zur Bundestagswahl ihr Umfeld neu ordnen will. Einen Schönheitsfehler hätte eine solche Beförderung allerdings: McAllister kandidiert nicht für den Bundestag, und ohne Bundestagsmandat ist ein führendes Amt in Berlin wie ein Schleudersitz ohne Fallschirm – bei einer Ablösung würde er ins Nichts stürzen.

Für McAllister gilt das eingeschränkt – er hätte in diesem Fall wenigstens sein Landtagsmandat.

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