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„Dschungellehrerin“ wieder suspendiert

Dschungelcamp „Dschungellehrerin“ wieder suspendiert

Es ist ein Hin- und Her vor Gericht. Die sogenannte Dschungellehrerin unterrichtet nicht mehr. Das Oberverwaltungsgericht in Lüneburg hat entscheiden, dass das Land Viktoria V. für ihren eigenmächtigen Trip zum RTL-„Dschungelcamp“ suspendieren durfte. 

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Die Lehrerin (re.) mit ihrer Tochter, „Dschungelcamp“-Kandidatin Nathalie Volk, auf dem Weg ins Amtsgericht Soltau. Das Gericht verurteilte die Lehrerin zu einer Geldstrafe. Dagegen hat sie Rechtsmittel eingelegt.

Quelle:  dpa

Lüneburg.  Nach der fünften Stunde am Freitag war die Schule aus für Viktoria V. Wahrscheinlich sogar für immer. Das Oberverwaltungsgericht in Lüneburg hält die als „Dschungellehrerin“ bekannt gewordene Pädagogin für „untragbar“ im Schuldienst. So steht es in einer am Freitag veröffentlichten Eilentscheidung des Gerichts. Viktoria V. ist damit ab sofort wieder suspendiert und bekommt bis zum Ende eines gegen sie laufenden Disziplinarverfahrens nur noch einen Teil der Dienstbezüge.

Eigenmächtig ins RTL-„Dschungelcamp“

Das Disziplinarverfahren läuft seit einem eigenmächtigen Trip der heute 48-Jährigen nach Australien zu den Dreharbeiten für das RTL-„Dschungelcamp“. Die Pädagogin wollte im im Januar 2016 ihre Tochter Nathalie begleiten, die damals Kandidatin der Fernsehshow war. Anträge auf Sonderurlaub hatte die Schule jedoch abgelehnt. Daraufhin legte V. nach den Weihnachtsferien eine Krankschreibung vor und Flog nach Australien. Als V. im Fernsehen auftauchte, leitete die Landesschulbehörde das Disziplinarverfahren ein. 

Gegen ihre Suspendierung hatte V. geklagt und vor dem Verwaltungsgericht Lüneburg im Eilverfahren vorläufig recht bekommen. Seit den Weihnachtsferien unterrichtete die Lehrerin wieder an einer Oberschule im Heidekreis. Diese vorläufige Entscheidung hat die höhere Instanz nun gekippt. „Anders als das Verwaltungsgericht ist der 3. Senat der Auffassung, dass nach derzeitigem Sachstand in dem gegen die Antragstellerin geführten Disziplinarklageverfahren mit überwiegender Wahrscheinlichkeit deren Entlassung aus dem Beamtenverhältnis ausgesprochen werden wird.“

Es geht weiter vor Gericht

Über die von der Landesschulbehörde angestrebte endgültige Entlassung muss am 28. Juni nun das Verwaltungsgericht entscheiden. Das Landgericht Lüneburg befasst sich am 22. Februar mit der strafrechtlichen Seite des Falls. Das Amtsgericht Soltau hatte V. im vergangenen März zu einer Geldstrafe von 10.000 Euro verurteilt, unter anderem weil sie ein falsches Gesundheitszeugnis vorgelegt habe. Dagegen ist V. in Berufung gegangen. Sie sei wirklich krank gewesen, argumentiert ihr Anwalt.

Von Karl Doeleke

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