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Niedersachsen Wo bauen Fernsehsender ihre Landtagswahlstudios auf?
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08:33 29.08.2017
Kein Platz: Bei der Landtagswahl am 15. Oktober müssen sich die Fernsehsender andere Plätze für ihre Übertragungen suchen. Quelle: dpa

Bisher war die Sache immer klar: Wird in Niedersachsen ein neues Parlament gewählt, ist das Landtagsgebäude zugleich auch Pressezentrum. Bis zu 1000 Journalisten und Techniker haben in den vergangenen Jahren immer aus dem Leineschloss berichtet. Und auch bei der nächsten Landtagswahl hätte es so sein sollen. Doch weil nun schon am 15. Oktober - drei Monate früher als geplant - gewählt wird, scheidet der Landtag als riesiges Wahlstudio aus. Der Umbau ist noch nicht fertig, es laufen die letzten Arbeiten.

Vor allem bei NDR, ZDF, RTL und Sat.1 dreht es sich derzeit um die Frage „Von wo senden wir am 15. Oktober?“ In der vergangenen Woche gab es noch Hoffnung, eine Alternative am Landtag zu finden, möglicherweise mit einem Zeltbau vor dem Parlamentsgebäude oder vor der Marktkirche - doch vergebens. Auch Congress-Centrum und Schloss Herrenhausen wurden in die engere Wahl gezogen, schieden wegen anderer Verstaltungen oder aus Platzgründen aber aus.

Nun blicken viele Fernsehmacher voller Hoffnung in den Süden der niedersächsischen Landeshauptstadt, auf das Messe-Gelände. „Ich sehe keine Alternative. Wo sollen wir sonst hin?“, sagt der Vorsitzende der Landespressekonferenz, der Fernsehjournalist Thorsten Hapke. Und die Zeit rennt, Organisation und Aufbau der TV-Studios mit all ihrer Technik sind eine aufwendige Sache. „Das geht nicht von heute auf morgen. Umso sinnvoller ist es, eine gemeinschaftliche Lösung zu finden - möglichst einen Ort, an dem sich alle TV-Anstalten versammeln können“, sagt der Leiter des ZDF-Landesstudios Niedersachsen, Peter Kunz.

Zusätzliche Kameras vor dem Landtag

Auch in den Landtagsfraktion ist die Frage, wo am 15. Oktober die Wahl analysiert wird, derzeit Gesprächsthema. Bisher war es immer so, dass sich die Spitzenkandidaten am Wahlabend zuerst in den Fraktionen zeigten, ehe es in die Wahlstudios ging. Sollten sie nun wie üblich in den Fraktionsräumen bleiben, müssten die Sender zusätzlich zu der Studio-Technik auf der Messe Übertragungswagen vor dem Landtag postieren. Denn auf die ersten Bilder von bejubelten oder resignierten Spitzenkandidaten kann kein Sender verzichten.

Eine Lösung aus Sicht der Fernsehsender: Entweder gehen auch alle Fraktionen auf die Messe oder die Spitzenkandidaten äußern sich zuerst auf den Wahlpartys der Landesverbände, denn da ist das Fernsehen ohnehin präsent, es müsste also kein zusätzliches Personal und Equipment für den Landtag bereitgehalten werden. Doch zumindest die CDU würde da nicht mitmachen: „Politik gehört in den Landtag. Es ist gute Tradition, dass die Spitzenkandidaten nach der ersten Hochrechnung zunächst in den Räumlichkeiten der Fraktionen auftreten“, sagt Fraktionschef Björn Thümler.

Während sich die Produzenten von NDR und ZDF den Kopf zerbrechen, zuckt der Landtag mit den Schultern und verweist auf die laufenden Bauarbeiten. „Da sind wird als Landtag eigentlich raus. Wir haben keine Verpflichtung, Flächen zur Verfügung zu stellen“, sagt Sprecher Kai Sommer. NDR-Sprecherin Iris Bents sagt: „Derzeit können wir nur sagen, dass wir wegen der Wahlberichterstattung am 15. Oktober mit der Messe Hannover im Gespräch sind. Wir suchen gemeinsam mit dem ZDF und anderen Fernsehsendern nach einem geeigneten Standort.“

Am Wahltag ist auch die Infa

Bei den vergangenen Wahlen stellte der Landtag den Sendern die Räumlichkeiten immer kostenlos zu Verfügung. Schließlich freut man sich, wenn das Parlament für einen Abend im Fokus der deutschen Medien steht. So hätte es auch am 14. Januar wieder sein sollen - doch dann kam der Freitag, an dem Elke Twesten ihren Übertritt von den Grünen zur CDU verkündete und damit die rot-grüne Koalition zu Fall brachte.

Bei den Gesprächen mit der Messe stellt sich also nicht nur die Frage, welche Messehallen am ehesten infrage kommen, sondern auch, was die Messe den Sendern für die Nutzung in Rechnung stellt. Klar, dass die Deutsche Messe dazu nichts in der Öffentlichkeit sagt. Sie lehnt aber auch sonst jede Stellungnahme zu dem Thema ab.

Platz genug sollte auf dem Messe-Gelände sein. Denn es stehen nicht die Computermesse CeBIT oder die weltgrößte Industrieschau auf dem Programm, sondern die Freizeitmesse Infa, die vom 14. bis 22. Oktober stattfindet. Sie wird zwar als größte Erlebnis- und Einkaufsmesse in Deutschland beworben - parallel dazu könnten ARD, ZDF, RTL und Sat.1 ihre Wahlstudios aber aufbauen. Und so könnte der Messeschnellweg am Abend des 15. Oktober zum vielbefahrenen Politiker-Zubringer werden.

lni

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