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Mastputen-Brüterei

Garlich Grotelüschen hält Vorwürfe für politische Kampagne

Der Mann von Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Astrid Grotelüschen hält die Vorwürfe gegen seinen Mastkükenbetrieb für politisch motiviert. Tierschützer hatten die Vorwürfe erhoben - Grotelüschen will juristisch gegen sie vorgehen.
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Der Mann von Landwirtschaftsministerin Astrid Grotelüschen will juristisch gegen die Tierschützer vorgehen, die Vorwürfe erhoben haben.

Der Mann von Landwirtschaftsministerin Astrid Grotelüschen will juristisch gegen die Tierschützer vorgehen, die Vorwürfe erhoben haben.

© ap

Tierschützer sehen Landwirtschaftsministerin Astrid Grotelüschen (CDU) in einen Skandal verwickelt, die Opposition fordert ihren Rückzug. Der Ehemann spricht von einer politischen Kampagne. „Ich sehe das als eine Methode, um das Bild meiner Frau zu schädigen“, sagte Garlich Grotelüschen, Geschäftsführer der Mastputen-Brüterei Ahlhorn am Dienstag. Sein Betrieb liefert Küken an zwei Putenmäster, die nach einem Fernsehbericht Tiere gequält haben sollen.

„Für mich gibt es derzeit keinen Grund an den Betrieben zu zweifeln“, sagte Grotelüschen. Deshalb werde er sie weiterhin mit Küken beliefern. Außerdem erwägt er, juristisch gegen die Tierrechtsorganisation Peta vorzugehen. „Das prüfen wir jetzt gerade“, sagte er. Der Geschäftsmann sieht seine Frau und sich vor allem als Opfer einer politisch motivierten Kampagne. Sie solle das Ansehen der Ministerin beschädigen - mit schwerwiegenden Konsequenzen für Familie und Betriebsangehörige. Seine Frau habe Morddrohungen erhalten, seine Lastwagenfahrer würden auf der Straße angepöbelt. Grotelüschen geht zudem davon aus, dass Brandstifter ein Feuer in seinem Betrieb gelegt haben. „Davon bin ich felsenfest überzeugt.“

Die Staatsanwaltschaft ist sich dagegen nicht so sicher. Sie ermittelt nach wie vor in alle Richtungen. Bisher gebe es keine Hinweise auf die Brandursache und keine Spur von den Tätern, sagte Staatsanwalt Rainer du Mesnil de Rochemont. „Die Ermittlungen bleiben schwierig.“ Vor eineinhalb Wochen war eine Papiertonne auf dem Gelände von Grotelüschens Brüterei in Flammen aufgegangen. Ein Wachmann hatte das Feuer rechtzeitig bemerkt und gelöscht.

Peta-Mitglieder hatten heimlich in zwei Ställen in Mecklenburg-Vorpommern gefilmt. Diese sind in derselben Erzeugergemeinschaft organisiert wie Grotelüschens Brüterei, eine Beteiligung an ihnen bestreitet er aber. „Wir haben mit den Betrieben eine reine Kunden-Lieferanten-Beziehung“, betonte Grotelüschen. „Ich habe keine Einflussmöglichkeiten auf die Betriebe, weil diese selbstständig sind.“

Nach Angaben des Geflügelwirtschaftverbands haben die Veterinärbehörden die beiden Putenmäster kontrolliert und dabei keine Verstöße gegen den Tierschutz festgestellt. Der Tierarzt Hafez Mohamed Hafez vom Institut für Geflügelkrankheiten der Freien Universität Berlin erklärte, die Aufnahmen von Peta stellten die Zustände in den Unternehmen verfälschend dar. Die Tierschützer hätten gezielt kranke Tiere gefilmt, die sich in separaten Ställen erholen sollten. Gesunde Puten seien dagegen nicht zu sehen gewesen.

Die Opposition im Niedersächsischen Landtag wirft der Landwirtschaftsministerin vor allem Voreingenommenheit in der Affäre vor. Sie soll ihren Mann vorzeitig über die Vorwürfe informiert haben. „Ich habe über einen Landwirt über all diese Dinge erfahren, nicht über meine Frau“, betonte Garlich Grotelüschen. „Da wird bei uns im Haus klar und strikt getrennt, wie es sich gehört.“

Das halten SPD, die Grünen und die Linke jedoch für unglaubwürdig. Garlich Grotelüschen habe vor dem Fernsehbericht von den Details der Vorwürfe gewusst, sagte der agrarpolitische Sprecher der Grünen, Christian Meyer, in einer Mitteilung. Die Informationen könne er nur von seiner Frau haben. Alle drei Parteien sehen die Ministerin als Lobbyistin für die Massentierhaltung. Da sie in ihrem Amt aber auch für den Tierschutz zuständig ist, ist sie nach Ansicht der Linken nicht mehr tragbar.

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

dpa


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