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Niedersachsen Forum soll beste Streckenführung ermitteln
Nachrichten Politik Niedersachsen Forum soll beste Streckenführung ermitteln
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21:33 02.12.2014
Verkehrsminister Olaf Lies (rechts) will auch die Y-Trrassenkritiker zu Wort kommen lassen. Quelle: dpa
Hannover

„Es gibt einen klaren Bedarf, die Schieneninfrastruktur auszubauen“, sagte Lies. Die Frage sei also nicht, ob neue Bahngleise verlegt werden, sondern wo und wie. Diese Frage soll ab Februar 2015 für ein Jahr lang in einem maximal 80-köpfigen Dialogforum mit Vertretern der betroffenen Kommunen und Bürgerinitiativen diskutiert werden.

Insgesamt sieben alternative Trassenverläufe prüft die Bahn derzeit, die bekannteste darunter ist die Y-Trasse zwischen Hamburg, Bremen und Hannover. Doch diesen Begriff will Lies möglichst selten verwenden, steht er doch aus seiner Sicht für alles, was in der Vergangenheit falsch gemacht wurde:„Das Y ist das Symbol für eine verkorkste Infrastrukturplanung“, sagte der Minister. Deshalb sei es auch besser, jetzt ein Jahr Diskussionszeit zu investieren, um die Akzeptanz der Bevölkerung zu gewinnen.

80 Mitglieder soll das Dialogforum haben, darunter nur jeweils ein Mitglied von Land, Bund und Bahn. Die übrigen Mitglieder sollen aus den Kommunen und Bürgerinitiativen entsandt werden, um die Trassenplanungen der Bahn kritisch zu hinterfragen. Die konstituierende Sitzung werde im Februar 2015 erfolgen, die weiteren Termine dann festgelegt.

Moderieren soll den Dialogprozess Jens Stachowitz. Der Kommunalberater aus Nordrhein-Westfalen ist gelernter Raumplaner, der aber während seiner Arbeit an Infrastrukturprojekten gemerkt hat, dass er ein Talent dafür hat, die widerstreitenden Interessen der verschiedenen Gruppen im Blick zu behalten. Irgendwann entschied er sich, diese Fähigkeit zu seinem Beruf zu machen und Dialogprozesse um strittige Projekte zu begleiten. Zuletzt waren das der Streit um eine Kiesgrube und ein Gefängnis in Nordrhein-Westfalen. „Ich finde, dass Konflikte ein selbstverständlicher Teil des Lebens sind, sie sind ganz normal“, sagt der 56-Jährige. „Meine Aufgabe ist es, die Brücken zwischen den Menschen zu bauen.“

Das Gremium soll nicht einzelne Trassen bewerten, sondern über Kriterien wie Lärmschutz sprechen. Das könne aber dazu führen, dass das Gremium empfiehlt, eine oder mehrere Alternativen zu streichen. Das Ergebnis der Beratungen könne er derzeit noch nicht absehen, sagt Lies. Aber das Votum des Gremiums werde in jedem Fall großes Gewicht haben. „Bund, Land und Bahn fühlen sich dem Ergebnis verpflichtet“, sagte Lies. „Das ist verbindlich.“     

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