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Niedersachsen In Niedersachsen fehlen 23.000 Krippenplätze
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20:29 30.12.2016
Laut der Studie fehlen bundesweit sogar 228.000 Plätze. Quelle: dpa
Hannover

Eltern haben es in Deutschland immer noch schwer, einen Krippenplatz zu finden. Auch in Niedersachsen gibt es bei der Betreuung der unter Dreijährigen weiterhin große Lücken. Das ist das Ergebnis einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln. Demnach fehlen in Niedersachsen knapp 23.000 Betreuungsplätze und jedes zehnte Kind (11,2 Prozent), das eigentlich einen Platz in einer Krippe oder bei einer Tagesmutter bräuchte, geht leer aus. Dabei gibt es seit drei Jahren einen Rechtsanspruch auf einen solchen Betreuungsplatz.

Laut der Studie fehlen bundesweit sogar 228.000 Plätze. Im Westen ist die Lücke mit 11,4 Prozent Unterversorgung deutlich größer als im Osten, wo lediglich 5,9 Prozent der Kinder keinen Platz finden. Um den Bedarf zu ermitteln, haben sich die Forscher auf eine repräsentative Befragung des Bundesfamilienministeriums gestützt. Diese habe ergeben, dass bundesweit 43 Prozent aller Eltern für ihre unter dreijährigen Kinder einen Betreuungsplatz suchten, sagte Autor Wido Geis. Dadurch ergebe sich für jedes Bundesland eine Soll-Zahl, die man dann mit der Zahl der tatsächlich vorhandenen staatlich geförderten Betreuungsplätze verglichen habe. So sei man auf eklatante Lücken gestoßen.

Kommunen bezweifeln das Ergebnis der Studie

Zweifel an der Plausibilität des in der Studie errechneten Defizits kommt von den kommunalen Spitzenverbänden. „Wir haben keine so große Unzufriedenheit“, meint der Sprecher des Städte- und Gemeindebunds, Thorsten Bullerdiek. Heiger Scholz, Hauptgeschäftsführer des Städtetags, verweist auf den Rechtsanspruch: Wenn Eltern leer ausgingen, könnten sie einen Betreuungsplatz einklagen. „Aber wo im Land sind die Klagen? Nirgendwo“, sagt Scholz. Gleichwohl erkennt auch er, dass der Bedarf an Plätzen vor allem in den großen Städten stetig steige.

Auch in Hannover muss die Stadtverwaltung Jahr für Jahr neue Krippen bauen. Die Betreuungsquote liegt aktuell bei rund 53 Prozent. „Klagen von Eltern hatten wir bisher nicht“, sagt Stadtsprecherin Konstanze Kalmus. Dennoch ist die Stadt auch im kommenden Jahr gezwungen nachzulegen. Mit Millioneninvestitionen werden neue Betreuungsplätze geschaffen. Das ist auch nötig, denn die Zahl der Ein- bis Zweijährigen erhöht sich ständig. In den 16 Umlandkommunen liegt die Quote im Schnitt bei etwa 36,5 Prozent. Auch hier sind Klagen bisher ausgeblieben.

Das Land arbeite aktuell an einer Richtlinie zur Förderung von 9000 weiteren Plätzen, sagte ein Sprecher des niedersächsischen Kultusministeriums. Der Bund will zudem bis 2020 rund 100 000 zusätzliche Betreuungsplätze auch für Kinder bis zum Schuleintritt schaffen und dafür rund 1,1 Milliarden Euro bereitstellen.

Von Heiko Randermann und Andreas Schinkel

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