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Niedersachsen Gegen Handyverbot und Burka in der Schule
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07:00 20.07.2017
Von Saskia Döhner
Noch zwei Wochen Ferien: Timo le Plat (li.) und Birhat Kaçar.  Quelle: Michael Thomas
Hannover

Seinen ersten Auftritt im Kultusausschuss des Landtages hat Birhat Kaçar Anfang August bei der Anhörung zum Verbot der Vollverschleierung, das ins Schulgesetz aufgenommen werden soll. Aufgeregt ist der neue Vorsitzende des Landesschülerrates deswegen kein bisschen. Der 18-Jährige hat Bühnenerfahrung. In seiner Freizeit tritt er als Sänger auf, als ehemaliger Schülersprecher der Oberschule Soltau hat er schon vor Hunderten Jugendlichen Reden gehalten. „Das mit dem Lampenfieber habe ich irgendwann in den Griff bekommen.“ Kaçar macht zurzeit eine Ausbildung zum Sozialassistenten und will später einmal Erzieher werden.

Birhat löst den bisherigen Vorsitzenden Timo le Plat (19) aus Braunschweig ab, der jetzt sein Abitur gemacht und deswegen sein Amt aufgegeben hat.

Kritik am neuen Schulgesetz

Der 18-jährige Birhat ist gegen Vollverschleierung in der Schule. „Das ist frauenfeindlich, kein Mädchen entscheidet sich freiwillig dazu, es erschwert die Kommunikation im Klassenraum.“ Dennoch steht er einem Burka-Verbot im Schulgesetz kritisch gegenüber. Das sollten Schulen lieber individuell klären, findet er: „Wozu haben wir denn die eigentverantwortliche Schule, wenn sich immer dann, wenn eine Schule selbstständig etwas klärt, das Land einschaltet?“ Das geplante Gesetz sei ein Eingriff in die Persönlichkeitsrechte der Schüler.

Anlass für die geplante Änderung ist eine ehemalige Schülerin aus Belm (Kreis Osnabrück), die bis zu ihrem Realschulabschluss im Juni mit Gesichtsschleier in die Schule gekommen war. Der Landesschülerrat hatte dem Mädchen öffentlich den Rücken gestärkt und gefordert, dass es bis zum Abschluss an der Oberschule bleiben dürfe. In den sozialen Netzwerken gab es dafür zahlreiche Hasskommentare. „Es war richtig, dass wir uns als Schüler eingemischt haben in die Debatte“, sagt Timo. „Vorher haben immer nur Erwachsene über den Fall geredet.“

Der neue Landesschülerratsvorsitzende hat klare Vorstellungen zur Digitalisierung in den Klassenräumen: ein Handyverbot in der Schule? „Das ist Mittelalter.“ Natürlich müsse es klare Regeln geben für den Umgang mit Smartphones. Nötig sei es auch, die Medienkompetenz der Lehrer und Schüler zu erhöhen. „Von grünen Tafeln haben wir genug“, sagt Birhat. „Wir wollen endlich Whiteboards, schließlich leben wir im 21. Jahrhundert.“

Streiter für kostenlose Bildung

Wählen ab 16, kostenlose Tickets für den Nahverkehr auch für Schüler in der Oberstufe und zurück zur Lernmittelfreiheit - das hatte sich der Landesschülerrat schon unter Timo le Plat auf die Fahnen geschrieben. Und das bleibt auch weiter auf der Agenda. „Kostenlose Bildung ist ein Muss“, meint Timo, der im Herbst sein Jura-Studium beginnen will. Es könne nicht sein, dass Schüler kein Abitur machten, weil sie sich die Fahrkarte nicht leisten könnten.

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