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Niedersachsen 400 Ausschreibungen, keine Bewerber – Lehrermangel bleibt bestehen
Nachrichten Politik Niedersachsen 400 Ausschreibungen, keine Bewerber – Lehrermangel bleibt bestehen
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17:22 23.06.2018
In Niedersachsen sind nach wie vor 200 Lehrerstellen nicht besetzt. Quelle: dpa
Hannover

Die Suche nach Lehrern stellt Niedersachsen weiter vor große Herausforderungen. Auf viele ausgeschriebene Stellen gibt es keine Bewerbungen, wie eine Antwort des Kultusministeriums auf eine FDP-Anfrage im Landtag zeigt. Demnach meldete sich bei rund 400 Ausschreibungen in der ersten Auswahlrunde kein einziger Interessent.

Lehrer wollen nicht aufs Land

Knapp 1600 zum kommenden Schuljahr ausgeschriebene Stellen sind mittlerweile besetzt. Nach Angaben des Ministeriums zeigt sich, dass Lehrkräfte besonders an Universitätsstädten interessiert sind. Für Schulen an vermeintlich weniger attraktiven Orten sei es mitunter deutlich schwieriger, Lehrer zu finden. Um die Unterrichtsversorgung landesweit sicherzustellen, seien daher Abordnungen und Versetzungen nötig. Über die Antwort des Ministeriums hatte zunächst die „Braunschweiger Zeitung“ berichtet.

Lehrerverband befürchtet Probleme nach den Sommerferien

Der Deutsche Lehrerverband bezweifelt, dass nach den Sommerferien überall ein geordneter Schulbetrieb beginnen kann. „Das Hauptproblem ist nicht gelöst. Wir haben massiven Lehrermangel, und dies trifft besonders hart Grund-, Förder- und Berufsschulen“, sagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger der Neuen Osnabrücker Zeitung. Es helfe nur wenig, dass halb fertige Lehramtsstudenten und Quereinsteiger einspringen. Fielen nur einige Pädagogen wegen Krankheit oder Elternzeit aus, „dann bricht das Kartenhaus zusammen“.

Es sei „untragbar“, wenn Klassen dann zusammengelegt und 30 statt 20 Kinder unterrichtet würden, sagte Meidinger. Die Kultusbürokratie schaffe es nicht, die benötigten Lehrerzahlen „halbwegs treffsicher zu planen“. Dabei hätten die Länder ausreichend Zeit gehabt, dem Lehrermangel rechtzeitig vorzubeugen.

Kultusminister gibt Entwarnung

Massenhafte Abordnungen von Gymnasien und Gesamtschulen an andere Schulen hatten im vergangenen Jahr zu großem Unmut geführt, viele Standorte hatten erst in den Sommerferien oder nach Schuljahresbeginn erfahren, dass sie Lehrer zeitweise an andere Schulen abgeben müssen. Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) hatte im Frühjahr 2018 versprochen, dass sich dies nicht wiederholen werde. Vor etwa zwei Wochen, als rund 65 Prozent der 2000 Stellen besetzt waren, riet Tonne zur Gelassenheit. Zwar würden die Zahlen keine Euphorie auslösen, doch seien sie auch kein Grund zur Sorge, sagte er.

Von RND/dpa/epd

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