Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Niedersachsen Weil reist zum zweiten Mal zum Papst
Nachrichten Politik Niedersachsen Weil reist zum zweiten Mal zum Papst
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:33 31.07.2018
„Ich bin von Herzen Katholik“: Ministerpräsident Stephan Weil im September 2014 beim Papst. Quelle: dpa
Hannover

Er nutze den Anlass, so schrieb der Apostolische Nuntius an die hannoversche Staatskanzlei, der Landesregierung und dem Ministerpräsidenten seine „vorzüglichen Hochachtung“ zu versichern. Der Anlass, von dem Erzbischof Nikola Eterovic, der päpstliche Botschafter in Berlin, sprach, ist eine Privataudienz beim Papst. Für Niedersachsens Ministerpräsidenten Stephan Weil (SPD) ist sie schon das zweite derartige Treffen, das Franziskus ihm zuteil werden lässt.

Er empfindet es als eine „hohe Ehre“ und auch hochinteressant, sich noch einmal mit dem Papst auszutauschen, erklärte Weil daraufhin. Reden wolle man auch über die Flüchtlingspolitik – da habe der Papst gerade vor Kurzem mehr internationale Solidarität eingefordert und das „Schweigen des gesunden Menschenverstandes“ in der Debatte beklagt.

Weil war Messdiener

Das sind die wenigen offiziellen Sätze, die Stephan Weil zu seiner am 18. und 19. Oktober anstehenden Rom-Reise von sich gibt. Fragt man den Sozialdemokraten nach seinem persönlichen Verhältnis zum Christentum oder ob er nicht wieder in die Kirche eintreten wolle, gibt er nur ein kurzes „das ist Privatsache“ zu Protokoll.

Immerhin weiß man, dass Weil in den Achtzigerjahren aus der katholischen Kirche ausgetreten ist. Vor allem mit den dogmatischen Festlegungen hatte der Juso, der einst sogar Messdiener gewesen ist, damals seine Schwierigkeiten. „Wie viele gläubige Menschen wünsche ich mir eine Kirche, die flexibler ist und bereit, tradierte Positionen zu überprüfen – wie bei der Familienplanung oder bei ihrem Verhältnis zu Frauen.

Auch hinsichtlich der Homosexualität sollte sich die Kirche entkrampfen“, sagte Weil 2013 der Zeitung „Christ und Welt“ – eines der wenigen Interviews, das er zu seiner Privatsache gab. Doch damals war er noch Herausforderer des zu der Zeit amtierenden Ministerpräsidenten David McAllister (CDU) und musste etwas aus sich herausgehen, um die breite Wählerschaft für sich zu gewinnen.

Weil: „Ich bin von Herzen Katholik“

Angesichts seiner Kritik an den Dogmen und der Politik der katholischen Kirche hat es mehrere protestantische Theologen gegeben, die Weil einen Eintritt in die vermeintlich liberalere evangelische Kirche nahegelegt haben. Auch, als er noch Oberbürgermeister in Hannover war und von Amts wegen einiges mit der (evangelischen) Marktkirche zu tun hatte. Doch sogar die frühere Landesbischöfin Margot Käßmann soll trotz ihres unbestrittenen Charismas an Weils Treue zur großen, katholischen Mutterkirche gescheitert sein.

So stießen werbende Protestanten stets auf freundliche Ablehnung – und ernteten Sätze wie „einmal Katholik, immer Katholik“. Oder: „Ich bin von Herzen Katholik.“ Nur eben nicht in der Kirche. Ein Eintritt wäre für den ausgetretenen Ministerpräsidenten übrigens vergleichsweise einfach. Er bräuchte, heißt es unter katholischen Experten, nur einen „Priester seines Vertrauens“. Und er müsste darlegen, warum er ausgetreten sei und wieder eintreten wolle. Dies allerdings schriftlich.

Doch solch’ profane Dinge werden der Papst und Stephan Weil gewiss nicht miteinander besprechen, wenn sie im Audienzzimmer des Apostolischen Palastes einander in die Augen blicken. Nach dem letzten halbstündigen Gespräch vor vier Jahren schwärmte Weil von der „ruhigen und eindrücklichen Gesprächsführung“ des Pontifex Maximus. Die ist auch Weil nicht fremd..

Von Michael B. Berger

In der Großen Koalition ist das schärfere Polizeigesetz so gut wie beschlossen. Doch jetzt gibt es außerparlamentarischen Widerstand: Politische Jugendorganisationen wollen das Gesetz verhindern.

03.08.2018

Die Landtagsfraktionschefin der Grünen, Anja Piel, spricht über schlechte Gesetze, den VW-Skandal – und Beißhemmungen.

30.07.2018

In kleinen Orten sollen keine größeren Anker- und Asylzentren entstehen. Das sagte Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil. Man warte auf weitere Details zu den von Innenminister Seehofer geplanten Ankerzentren.

28.07.2018