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Niedersachsen Neue Wege im Kampf gegen Salafisten
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22:40 10.12.2014
Von Michael B. Berger
Niedersachsen finanziert eine Beratungsstelle im Kampf gegen Salafismus in Hannover mit 300.000 Euro jährlich. Quelle: dpa
Hannover

Sie wird vom Land finanziert und von einem Trägerverein betrieben, in dem auch islamische Verbände vertreten sind. Letzteres wertete Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD) als besonderen Erfolg: „Ich freue mich, dass wir hier wirklich alle ins Boot geholt haben.“

Auch Vertreter der Sozialverbände und des Landespräventionsrates sowie der Universität Osnabrück wirkten gestern bei der Vereinsgründung mit. Die Universität Osnabrück hat sich auf Islamkunde spezialisiert. Das Land wird das in Hannover ansässige Büro mit jährlich 300.000 Euro unterstützen, drei Beraterinnen sollen hier tätig werden. „Die Präventionsstelle wird ein wichtiges Instrument sein, um Familien unter die Arme zu greifen, in denen junge Menschen unter dem Einfluss von Hasspredigern stehen“, erklärte Rundt. Der neu-salafistische Radikalismus sei weder ein rein religiöses, noch ein integrationspolitisches sondern ein gesellschaftliches Problem.

Moslemverbände zögerten zunächst

Die Vereinsgründung hat sich auch deshalb lange hingezogen, weil die Moslemverbände ursprünglich zögerten. „Wir haben uns durch Vorhaben der früheren Landesregierung, etwa eine Islamisten-Checkliste zu verteilen, stigmatisiert gefühlt“, sagte Avni Altiner von der Schura, die in Niedersachsen die meisten unabhängigen Moslemgemeinden vertritt. Nun aber müsse „keiner, der wegen der Radikalisierung eines Angehörigen beunruhigt ist, mehr Angst haben, dass er diesen an den Verfassungsschutz ausliefert“, sagte Yilmaz Kilic, Vorsitzender der Türkei-orientierten Ditib-Gemeinden. Die Beratungsstelle könne unabhängig arbeiten.

Wie wichtig Präventionsarbeit sein kann, unterstrichen derweil Islamexperten auf einem Diskussionsforum, das der niedersächsische Verfassungsschutz am Mittwochabend veranstaltete. Verfassungsschutzpräsidentin Maren Brandenburger warnte in der Diskussion allerdings vor „medialen Aufgeregtheiten“. Zwar sei die neusalafistische Bewegung dynamisch und wachse stark. „Aber nicht jede neue Zahl, die wir nennen, bedeutet auch einen Anschlag.“

Man gehe davon aus, dass in Niedersachsen 330 Salafisten aktiv sind, etwa 30 seien von Deutschland in die Krisenregion um Syrien ausgereist. Besorgt zeigt sich der Verfassungsschutz auch über die Zunahme antiislamischer Proteste – die ihrer Ansicht nach auch mit mancher Berichterstattung über radikale Muslime zusammenhängen.     

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