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Niedersachsen Feierlicher Abschied von Ernst Albrecht
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00:15 25.12.2014
Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) und der SPD-Parteivorsitzende Sigmar Gabriel zu Beginn des Staatsaktes für Niedersachsens früheren Ministerpräsidenten Ernst Albrecht. Quelle: dpa/Hollemann
Hannover

Zwei Blumengestecke und ein großes Bild des jugendlich strahlenden Ernst Albrecht auf der Bühne, vier knappe, aber meist sehr gute Reden sowie Barockmusik von großer geistlicher Tiefe: So sah der Staatsakt aus, mit dem gestern in der hannoverschen Staatsoper Niedersachsens Landesregierung an Ernst Albrecht erinnerte, den früheren Ministerpräsidenten, der vor zehn Tagen im Alter von
84 Jahren gestorben ist. „Wir verneigen uns mit allem Respekt vor einem großartigen Europäer und vor einem großartigen Menschen“, sagt Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble in die große Stille des Opernhauses, bevor der wunderbare Knabenchor Hannover Johann Sebastian Bachs „Jesu bleibet meine Freude“ anstimmt.

Der Menschenhelfer Rupert Neudeck bezeichnet Albrecht, der Niedersachsen von 1976 bis 1990 regierte, als „religiös-musikalischen Politiker“, der es einfach nicht ertrug, wenn Menschen im chinesischen Meer ersoffen. Deshalb habe er Tausende Vietnamesen gerettet, die sich auf der Flucht vor Terror und Umerziehungslagern auf ein Schiff, einen chinesischen Seelenverkäufer, gerettet hatten. Da habe man einen seltenen humanitären Moment erlebt, in dem „Anspruch und Wirklichkeit“ zusammenkamen – Albrechts christlicher Glaube und die Möglichkeit, als Regierungschef zu handeln. „Ihr Enkelkinder könnt stolz sein auf euren Großvater“, sagt der 75-jährige Neudeck.

In der hannoverschen Oper, in der sich 450 Menschen zum Staatsakt versammelt haben (die hinteren Reihen bleiben leer) ist es an diesem stürmischen Montag mucksmäuschenstill. Die angesprochenen Enkel Ernst Albrechts – es sind mehr als dreißig – bevölkern die dritte Reihe des Opernhauses. In der ersten haben die Kinder des CDU-Politikers sowie die Politprominenz Platz genommen. Ein Bundespräsident a. D. (Christian Wulff), ein Bundeskanzler a. D. (Gerhard Schröder), eine Bundestagspräsidentin a. D. (Rita Süßmuth), ein Präsident des Europaparlaments a. D. (Hans-Gerd Pöttering), ein Ministerpräsident a. D. (Gerhard Glogowski) sowie ein weiterer Ministerpräsident a. D., der aber als amtierender Bundeswirtschaftsminister noch einen ziemlich vitalen Eindruck macht (Sigmar Gabriel). Bis auf David McAllister sind alle Nachfolger Albrechts erschienen. Hinter ihnen sitzen ehemalige Landesminister, die in der Ära Albrecht eine große Nummer waren und später noch zu größeren Aufgaben herangezogen wurden, wie etwa die Treuhandchefin und spätere Expo-Chefin Birgit Breuel, aber auch die Ex-Minister Burkard Ritz, Johann-Tönjes Cassens, Walter Remmers und Walter Hirche.

„Im Rückblick wird vielleicht noch deutlicher als in der Tagespolitik, wie sehr Ernst Albrecht über den Tellerrand geschaut hat“, sagt Niedersachsens amtierender Regierungschef Stephan Weil, der als Juso gewiss nicht das zum Markenzeichen erkorene Lächeln Albrechts nur gewinnend empfand. Doch Weil findet heute nur lobende Worte für den Christdemokraten. Ein „Europäer der ersten Stunde“ sei er gewesen. Schon früh habe er die Entwicklungschancen Chinas vorhergesehen und sei bereits vor dreißig Jahren eine Partnerschaft mit der Provinz Anhui eingegangen. „Und bei allem intellektuellen Format war er tief verankert in Niedersachsen“, sagt der gebürtige Hanseat Weil (Hamburg) über den gebürtigen Hanseaten Albrecht (Bremen). „Ihm lag das Niedersachsen-Bewusstsein besonders am Herzen, deshalb hat er für das Land das Evangeliar Heinrichs des Löwen erworben“, sagt der Emsländer und Landtagspräsident Bernd Busemann.

Die kürzeste, aber persönlichste Rede hält an diesem Tag Wolfgang Schäuble. Zu Albrechts Zeiten als Kanzleramtschef rechte Hand des Kanzlers Helmut Kohl, der Albrecht einst in ein unfaires Rennen um die Kanzlerkandidatur mit dem CSU-Männerfreund Franz Josef Strauß schickte. „Das hat er überstanden und sich nicht verbiegen lassen“, sagt Schäuble über Albrecht, den er bei Verhandlungen mit der DDR über die Verringerung der Elbverschmutzung kennen- und schätzen gelernt hatte. „Er war ein außergewöhnlicher Mensch, der genau wusste, was er wollte.“ Wer mit ihm diskutieren wollte, musste allerdings gut vorbereitet sein, merkt Schäuble an. Da gibt es ein verhaltenes Raunen im Saal.

Von Michael B. Berger

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