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Bad Nenndorf

Verfassungsschutz erwartet mehr Neonazis bei Aufmarsch

Der niedersächsische Verfassungsschutz erwartet bei dem geplanten Aufmarsch von Neonazis am 14. August im Kurort Bad Nenndorf in der Nähe von Hannover einen größeren Zulauf an Rechtsextremisten.
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© dpa (Symbolbild)

Bei einem geplanten Aufmarsch von Neonazis im Kurort Bad Nenndorf befürchtet der niedersächsische Verfassungsschutz einen größeren Zulauf von Rechtsextremisten als im Vorjahr. Die Veranstaltung bekomme für Rechtsextremisten mehr und mehr Bedeutung, sagte Verfassungsschutz-Präsident Hans Wargel in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa in Hannover. Fachleute erwarteten am 14. August bis zu 1000 Rechtsextremisten in Bad Nenndorf, im Vorjahr waren es rund 700. „Das bereitet uns und der Polizei große Sorge.“

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), der eine Gegendemonstration organisiert, rechnet damit, dass rund 5000 Menschen gegen den Aufmarsch protestieren - so viele wie noch nie. Verfassungsschützer Wargel schließt nicht aus, dass auch mehr gewaltbereite Linksextreme nach Bad Nenndorf kommen werden.

Dem Kurort im Kreis Schaumburg komme für die rechte Szene eine Art Ersatzcharakter zu, nachdem Neonazi-Aufmärsche im fränkischen Wunsiedel zum Gedenken an den Hitler-Stellvertreter Rudolf Heß gerichtlich verboten worden seien, sagte Wargel.

Jedes Jahr versammeln sich Rechtsextremisten vor dem Winklerbad in Bad Nenndorf, einem Verhörzentrum der britischen Besatzungsmacht von 1945 bis 1947. Dort war es auch zu Misshandlungen von Häftlingen bekommen. Die Neonazis wollen mit ihren Aufmärschen die NS-Verbrechen verharmlosen und die Gräueltaten des Zweiten Weltkrieges den Alliierten zuschreiben.

Auch unter Linksextremisten finde „eine starke Mobilisierung“ statt, sagte der Verfassungsschützer, der zuvor Polizeipräsident in Göttingen war. Es gebe Vorbereitungstreffen in der linksextremistischen Szene. Unter den Demonstranten gegen Rechtsextremismus seien im vergangenen Jahr in Bad Nenndorf rund 150 gewaltbereite Autonome gewesen.

Der DGB beklagte zuletzt, die Demonstrationsroute der Neonazi-Gegner werde von der Versammlungsbehörde zu stark eingeschränkt. Die Polizei will ein Aufeinandertreffen von Rechtsextremen und den Gegendemonstranten verhindern.

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dpa


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