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Hoffnungsträger

96-Stürmer Arouna Koné im Interview


Stürmer Arouna Koné, der große Hoffnungsträger der „Roten", verrät im Interview, was den Spielern von Hannover 96 fehlt: „Sie haben kein Selbstvertrauen."
„Die Mannschaft braucht einfach mal einen Sieg": Arouna Koné will mit seinen Toren helfen, den Klassenerhalt zu schaffen.

„Die Mannschaft braucht einfach mal einen Sieg": Arouna Koné will mit seinen Toren helfen, den Klassenerhalt zu schaffen.

© Ulrich zur Nieden

Herr Koné, als Ivorer sind Sie Sonne gewöhnt und haben zuletzt im warmen Sevilla gespielt. Wie kommen Sie mit dem Schnee in Deutschland zurecht?

Es ist schwierig. Es war besonders hart, als ich damals aus Afrika nach Belgien. Daher kenne ich den Schnee. Jetzt habe ich mich ein wenig daran gewöhnt.

Haben Sie eigentlich vorher schon mal etwas von Hannover und 96 gehört?

Ich habe einige Informationen von Constant Djakpa und Didier Ya Konan (beides 96-Profis, die Red.) bekommen. Sie haben sehr positiv über die Stadt und 96 gesprochen.

Und vor dem Gespräch mit Ihren beiden Landsleuten?

Ich kannte die Bundesliga, habe sie öfter im TV geguckt.

Und welcher Verein sagte Ihnen etwas?

In meiner Zeit bei Roda Kerkrade (2003 bis 2005, die Red.) hatte ich Kontakt mit dem FC Schalke, der Klub wollte mich holen, ich bin aber zum PSV Eindhoven gegangen.

96-Sportdirektor Jörg Schmadtke hat Sie damals für Alemannia Aachen beobachtet. Hatten Sie persönlichen Kontakt?

Nicht persönlich. Ich weiß aber, dass er mich beobachtet hat.

Jetzt sind Sie doch noch zusammengekommen und haben gegen Hoffenheim sofort gezeigt, warum 96 Sie wollte – und gleich ein Tor geschossen.

Ich bin zunächst einmal traurig, dass wir verloren haben. Aber das Tor war schon gut für mich. Das gibt Selbstvertrauen; und ich hoffe, dass es so weitergeht.

Waren Sie nicht überrascht, dass Sie als Sturmspitze so wenig Bälle bekommen haben?

(nach kurzem Überlegen) Nein. Es war ein Auswärtsspiel. Es sind sehr gute Spieler hier, aber sie haben kein Selbstvertrauen. Ich mache mir aber keine großartigen Gedanken, das kommt nach und nach.

Durch Ihren starken Auftritt in Sinsheim sind Sie zum großen Hoffnungsträger der „Roten“ im Abstiegskampf avanciert. Belastet Sie das sehr?

Ich sehe das positiv. Ich habe jedenfalls keine Angst. Wenn ich diese Rolle übernehmen kann, dann tue ich das gern. Schließlich will ich an mein Niveau anknüpfen.

Und wie kann man 96 retten?

Das große Problem sind die vielen Verletzten. Der Trainer macht einen guten Eindruck. Die Mannschaft braucht einfach mal einen Sieg. Dann klappt das.

Wenn Sie sich selbst charakterisieren würden: Wo liegen Ihre Stärken, wo Ihre Schwächen?

Das Kopfballspiel ist meine Schwäche, aber daran arbeite ich. Meine Qualität sind die Technik und die Schnelligkeit.

Sie sind bis zum Saisonende vom FC Sevilla ausgeliehen. Haben die „Roten“ eine Chance, dass Sie länger hierbleiben?

Klar. Hier habe ich die Möglichkeit zu spielen. Und hier sind zwei Landsleute von mir. Das macht das Ganze einfacher.

Ihr Bruder Bakari von Olympique Marseille ist auch Stürmer. Konkurrieren Sie um einen Platz im Nationalteam?

Nein, weil wir unterschiedliche Stürmer sind.

Der Star der Ivorer ist Didier Drogba vom FC Chelsea. Haben Sie Kontakt zu ihm?

Regelmäßig. Er ist Kapitän unserer Nationalmannschaft und kümmert sich um die Spieler. Als ich meinen Kreuzbandriss hatte, hat er mehrmals bei mir angerufen.

Was bedeutet die WM in Südafrika für Sie persönlich und für Ihr Heimatland?

Es ist ungemein wichtig, dabei zu sein. Es kommt nicht so oft vor, dass eine Weltmeisterschaft in Afrika stattfindet.

Sie haben eine ziemlich große Familie. Regelmäßige Treffen sind fast unmöglich.

Ja, bei 16 Geschwistern ist das schon schwierig. Ein Bruder lebt in Italien, einer in England, einer in Frankreich, einer in den Niederlanden und ich in Deutschland.

Ihr großes Vorbild ist die amerikanische Basketball-Legende Dennis Rodman. Der galt in seiner aktiven Zeit als ziemlich durchgeknallt ...

Ich finde seinen Look gut. Da ist alles.

Interview: Jörg Grußendorf

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