Es wäre schön gewesen, wenn auch Fromlowitz’ Mitspieler den jungen Keeper beim Spiel gegen die Borussen etwas mehr unterstützt hätten.
Am 23-Jährigen hat es jedenfalls diesmal nicht gelegen, dass die „Roten“ beim BVB mit 1:4 die nächste Packung kassierten. Ein Beinschuss und auch ein Gegentor der Sorte „Den muss man nicht, aber den kann man halten“ war diesmal nicht dabei. Fromlowitz spielte fehlerfrei und bewahrte sein Team mit mehreren erstklassigen Paraden vor einer höheren Niederlage. Bereits in der 7. Minute bügelte der 23-Jährige einen krassen Fehler von Innenverteidiger Jan Durica aus, als er gegen Lucas Barrios klärte. Auch kurz vor dem 0:1 riskierte er Kopf und Kragen, als er in höchster Not gegen Jakub Blaszczykowski klärte. Und als 96 in den letzten 15 Minuten beschlossen hatte, einfach nicht mehr mitzuspielen, musste Fromlowitz fast im Minutentakt Schlimmeres verhindern.
Nachfolger von Robert Enke, Abstiegskampf, die „Tremmel-Posse“, schließlich die unglücklichen Gegentore gegen Bremen und auch zuvor gegen Nürnberg: Was Fromlowitz in den vergangenen drei Monaten verarbeiten und verkraften musste, ist für so einen jungen Spieler eine Menge. Vielleicht sogar zu viel. Und wenn dann auch noch die Rückendeckung fehlt, kann man schon mal ins Grübeln kommen. „Man denkt nach. Man ist ein Mensch, und man macht sich Gedanken, warum das Vertrauen von heute auf morgen weg sein sollte“, sagte Fromlowitz auf die Frage, ob ihn der geplante Wintertransfer des Cottbuser Torwarts Gerhard Tremmel beschäftigt habe.
Vielleicht ist die Diskussion um die Qualitäten von Fromlowitz nur eine Frage der Sichtweise. „Wir hatten über lange Jahre das Privileg, als Mittelklasse-Verein einen absoluten Weltklasse-Torhüter zu haben – ohne ,Flo‘ abwerten zu wollen. Aber es war ein Qualitätsunterschied. Das merkt man jetzt auch noch“, sagte Hanno Balitsch. Ein Vergleich zwischen Enke und Fromlowitz ist auch deshalb nicht fair, weil der Sprung zur Nummer 1 bei den „Roten“ für den Nachwuchskeeper zu früh kam und noch nicht geplant war. Fromlowitz wird auch in den nächsten Spielen Fehler machen, der 23-Jährige hat aber auch die Klasse, 96 im Abstiegskampf wichtige Punkte zu retten. Dafür braucht er jedoch Rückendeckung und Vertrauen, zumal es zu ihm keine Alternative gibt.
„Im Endeffekt“, sagte Fromlowitz nach dem Spiel in Dortmund, „kann ich mich nur auf dem Platz mit Leistung wieder in die richtige Richtung bringen – und das war heute für mich persönlich ein erster Schritt.“
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