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Abwehrtalent steht bereit

Avevors nächster großer Tag

Von Volker Wiedersheim

Vielleicht wird der Sonnabend wieder mal einer dieser besonderen Tage für Christopher Avevor. Der 19-jährige Nachwuchsverteidiger hat schon einige davon erlebt, seit er vor gut 18 Monaten aus der Reserve aufrückte und mit einem Jungprofivertrag beim Fußball-Bundesligisten Hannover 96 ausgestattet wurde.
Foto: Avevor steht bereit, für den gesperrten Pogatetz einzuspringen.

Avevor steht bereit, für den gesperrten Pogatetz einzuspringen.

© Ulrich zur Nieden

Hannover. Nach den Trainingseindrücken der zu Ende gehenden Woche ist er am Sonnabend sogar ein Kandidat für eine Bewährungsprobe in der Startelf. Eine Alternative ist höchstens Christian Schulz – dieser verfügt über große Routine auch als Innenverteidiger, doch könnte ein Einsatz für ihn nach einem Muskelfaserriss in der Wade aus dem Trainingslager in Portugal noch zu früh kommen. Karim Haggui ist beim Afrika-Cup, Emanuel Pogatetz wegen einer Tätlichkeit für drei Spiele gesperrt. Es sind diese Situationen, in denen sich junge Spieler bewähren können – und müssen. „Da wird besonders hingeguckt, und ich kann mich zeigen“, hatte Avevor in Portugal auf die noch hypothetische Frage nach einem Einsatz geantwortet. Er fühlte sich da „fit und in Form“ und brennt auf die Gelegenheit, einen großen Schritt auf seinem Karriereweg in die Bundesliga zu machen: „Ich bin ehrgeizig, aber geduldig.“ Geduldig zu sein, fällt natürlich leichter durch das Privileg des großen Vertrauensvorschusses.

Avevor stammt aus Felmerholz – da gibt es ungefähr so viele Einwohner, wie die 96-Reserve bei Heimspielen Zuschauer hat; also circa 96. Und keinen Fußballklub. Weil Klein-Christopher schon eine Schule der dänischen Minderheit in Eckernförde besuchte, schloss er sich auch gleich dem dänischen Fußballklub IF Eckernförde an, wechselte später zum SV am Orte und schließlich als 14-Jähriger zu Holstein Kiel. Er war gerade 16, als daheim im Wohnzimmer bei Mutter Manuela und Vater Alan Gibson-Avevor ein gewisser Daniel Stendel, 96-Stürmer im Karrierespätherbst, auftauchte. Sein Konzept passte, die Familie sagte Ja zum Umzug.

Avevor, Nationalspieler seit der „U 17“, lernt schnell. Schon damals, und jetzt immer noch. Und zwar auch aus Fehlern. Er stand vergangene Saison als Lückenbüßer in der Startelf, als 96 in Wolfsburg (0:2) und in München (0:3) verlor – aber er ist dabei, wie es im Fußball heißt, nicht verbrannt worden. Er war auch in der Startelf, als 96 Köln zu Hause mit 2:1 schlug. Und seit dem 15. Dezember 2011 – 3:1-Sieg über Worskla Poltawa – verfügt er sogar über Europa-League-Erfahrung. Nun ja, zehn Minuten, aber immerhin.

Gefahr abzuheben? Dafür ist Avevor nicht der Typ. Im 96-Nachwuchsleistungszentrum haben seinerzeit die Trainer und Betreuer mit dem Finger auf ihn gezeigt und zu den noch jüngeren Kickern gesagt: „Schaut mal, so sieht vorbildliches, respektvolles Verhalten gegenüber Trainern, Schiedsrichtern, Mit- und Gegenspielern aus.“

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