96-Spieler Christian Schulz
Herr Schulz, sind solche unerwarteten Erfolge die schönsten?
Der Sieg ist schön und verdient. Die Schalker hätten sich nicht beschweren können, wenn sie noch ein oder zwei Dinger mehr von uns gekriegt hätten. Wir wussten, dass die Schalker in der Abwehr anfällig sind. Das haben wir gnadenlos ausgenutzt.
Hatten Sie Angst, dass sich die beiden vergebenen 96-Großchancen kurz vor dem Seitenwechsel noch rächen werden?
Komischerweise nicht. Wir haben während der Pause in der Kabine die Sicherheit gespürt, dass wir dieses Spiel gewinnen werden.
War die Niederlage im Pokal in Elversberg vielleicht nur ein geschickter Bluff?
Nein, wir wären gerne eine Runde weitergekommen. Die Fitness war auch vorhanden, wir haben nur fußballerisch nicht ins Spiel gefunden. Gegen Frankfurt haben wir eine kämpferisch gute Leistung gezeigt, gegen Schalke haben wir gut gekämpft und gut gespielt. Wenn das so weiter geht, werden wir noch viel Freude haben. Jetzt sind wir erst einmal froh über den geglückten Start. Besser geht’s nicht.
Auf so einen freundlichen und konfusen Gastgeber wie Schalke trifft man nicht allzu oft in der Bundesliga ...
Die Mannschaft hat sich auf vielen Positionen verändert und dabei ihr Prunkstück, die Abwehr, fast komplett aufgegeben. Dafür wurde sie von uns bitter bestraft.
Der Blick auf die Tabelle macht Ihnen bestimmt zurzeit Spaß ...
Jetzt sind ja erst einmal die Länderspiele, da haben wir zwei Wochen Zeit, uns die Tabelle anzuschauen. Wir können die Situation jedoch sehr gut einschätzen. Wir wissen, dass es vor zwei Wochen noch drunter und drüber gegangen ist. Jetzt freuen wir uns über die beiden Siege, aber wir wissen auch, wie schnell das wieder nach hinten losgehen kann. Nach der Pause haben wir wieder schwere Aufgaben vor uns. Aber mit der Leistung von heute ist mir nicht bange.
Braucht diese Mannschaft überhaupt noch Verstärkungen?
Verstärkungen können wir immer gebrauchen.
Und neue Spieler?
Die Spieler, die heute auf dem Platz standen, haben einen super Job gemacht. Aber im Fußball sind solche Entscheidungen nicht nur von einem Spiel abhängig.