Auch er konnte 96 bislang nicht zum Punktgewinn führen: Neuzugang Arouna Koné.
Beim 1:4 (0:1) gegen Borussia Dortmund kassierte das Team von Mirko Slomka die achte Niederlage in Serie und trat erneut wie ein Absteiger auf. Noch verweigert der Coach die Kapitulation, wirkt aber ähnlich ratlos wie seine Fußball-Profis. „Das ist für mich nicht tauglich, bei einem Spiel in der Bundesliga auf dem Platz zu stehen. Das muss sich ändern“, klagte Slomka mit Verweis auf die vielen individuellen Fehler im Team.
Doch Rettung ist weit und breit nicht in Sicht. Seit dem Tod von Nationaltorwart Robert Enke am 10. November 2009 verbuchten die Norddeutschen nur einen Punkt aus elf Partien. Alle Maßnahmen der Clubführung, den drohenden Abstieg abzuwenden, blieben wirkungslos. Unter der Regie von Slomka gab es mehr Rück- als Fortschritte: Fünf Niederlagen in fünf Spielen und 4:15-Tore bezeichnete selbst der Coach als „finstere Bilanz“. Frustriert rettete er sich in Durchhalteparolen: „Wir dürfen uns nicht auseinanderdividieren lassen - auch nach einem solchen Spiel nicht.“
Eben dies tat aber Mittelfeldspieler Hanno Balitsch. „Man sieht nicht nur auf dem Platz, dass die Leute nicht frei von Fehlern sind, sondern auch im Umfeld“, kritisierte Balitsch schon vor dem Spiel im TV-Sender „Sky“ das Krisenmanagement der Clubführung mit Präsident Martin Kind und Sportdirektor Jörg Schmadtke. Besonders die geplante und dann geplatzte Verpflichtung von Torhüter Gerhard Tremmel habe in der ganzen Mannschaft für Unruhe gesorgt.
Ebenso unergiebig wie die Arbeit von Slomka blieben bisher die Gespräche der Psychologen Andreas Marlovits und Michael Grunwald mit den verunsicherten Spielern. In Dortmund präsentierte sich das Team in ähnlich desolater Verfassung wie eine Woche zuvor beim 1:5 gegen Bremen. „Wir haben diese Woche auch mit den Psychologen probiert, den letzten Strohhalm zu greifen“, kommentierte Enke-Nachfolger Florian Fromlowitz die vielen Fragen nach dem therapeutischen Nutzen dieser Maßnahme. Mitstreiter Altin Lala hielt das Thema für überbewertet: „Psychologe hin, Psychologe her - die Entscheidung fällt auf dem Platz.“ Mehr trotzig als überzeugend fügte der Mittelfeldspieler hinzu: „Ich gebe die Hoffnung nicht auf.“
Mit den vier Gegentreffern von Neven Subotic (44. Minute), Mario Eggimann (Eigentor/60.), Nelson Valdez (77.) und Kevin Großkreutz (88.) war der Tabellen-16. in Dortmund noch gut bedient. Nur der fahrlässige Umgang der Borussia mit Chancen und das zweite Saisontor von Arouna Koné (81.) verhinderten eine noch deutlichere Niederlage. Slomka vermisste vor dem anstehenden Niedersachsen-Derby gegen den deutschen Meister VfL Wolfsburg am kommenden Sonntag vor allem die Leidenschaft: „Es geht so nicht. Das ist Abstiegskampf und da muss man jedes Tor vermeiden und nicht einfach das nächste zulassen.“
lni