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0:1 in Leverkusen

Niederlage ohne Folgen

Von Norbert Fettback

Trotz der Niederlage bei Bayer haben die "Roten" weiter gute Chancen für die schnelle Rückkehr nach Europa.
Foto: Die „Roten“ haben es weiter selbst in der Hand: Nach dem Abpfiff hielt sich die Enttäuschung über die Niederlage bei den 96-Profis in Grenzen.

Die „Roten“ haben es weiter selbst in der Hand: Nach dem Abpfiff hielt sich die Enttäuschung über die Niederlage bei den 96-Profis in Grenzen.zur Nieden

© Ulrich zur Nieden

Leverkusen. Letztlich war es wie immer, wenn Hannover 96 nach Leverkusen fährt. Punkte haben die „Roten“ dort schon seit 2007 nicht mehr geholt, und am Sonnabend war es nicht anders. Die Serie hielt auch im fünften Spiel in Folge, wieder ging 96 als Verlierer vom Platz, und erneut brachte die Mannschaft kein Tor zustande, sodass nach dem spielentscheidenden Treffer von Bayer-Stürmer Stefan Kießling in der Addition jetzt das negative Tor-Dutzend (0:12) voll ist.

Trotzdem hielt sich die Traurigkeit im hannoverschen Lager in Grenzen, was daran lag, dass sich auch in einer zweiten Hinsicht am Sonnabend nichts verändert hat: Im Kampf um den 7. Platz, der die Tür zur Europa League öffnet, hat es 96 weiter selbst in der Hand, alles klarzumachen. Ein Sieg im Heimspiel am kommenden Sonnabend gegen Absteiger 1. FC Kaiserslautern würde dafür sorgen, wovon alle in und um Hannover träumen: die erneute Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb.

Bedanken dafür kann sich 96 dafür speziell beim VfL Wolfsburg, der - wenn auch unbeabsichtigt - in niedersächsischer Verbundenheit Schützenhilfe leistete und Werder Bremen als bis dahin ärgsten hannoverschen Widersacher in die Knie zwang. Dass der VfL den „Roten“ nun selbst im Nacken sitzt: fast geschenkt. „Wenn wir gegen Kaiserslautern gewinnen, dann ist es egal, was die anderen machen“, sagte Christian Schulz. „Für uns zählt es jetzt am nächsten Sonnabend“, meinte Lars Stindl. Immer wieder war bei den 96-Spielern schon am Sonnabend die Entschlossenheit herauszuhören, für ein Finale zu sorgen, bei dem in der schon lange ausverkauften AWD-Arena eine außergewöhnliche Saison gekrönt werden soll.

Die geringsten Sorgen, zieht man den Auftritt in Leverkusen in Betracht, muss man sich dabei um die hannoversche Defensive machen, die sich wenig anfällig zeigte. Abgesehen von einer Ausnahme in der 75. Minute, als dem bis dahin solide spielenden Emanuel Pogatetz der entscheidende Patzer unterlief. Beim Versuch, einen Pass von André Schürrle zu klären, bekam der ungelenk einsteigende Innenverteidiger den Ball an die Hüfte - Kießling nahm das Geschenk mit Kusshand an. Ansonsten hielt sich die Gefahr vor dem Tor von Ron-Robert Zieler in Grenzen - die Taktik von Trainer Mirko Slomka, das Spiel zu verlangsamen und schnelle Ballstafetten der Leverkusener zu verhindern, ging über weite Strecken auf.

Anders verhielt es sich, wieder mal, mit der hannoverschen Offensivleistung. Der verletzte Mame Diouf fehlt 96 an allen Ecken und Enden; dass Mohammed Abdellaoue aus seinem Formtief nicht herauskommt und Didier Ya Konan in der BayArena nicht mehr als ein „sichtlich bemüht“ bescheinigt werden konnte, hatte eine anhaltende Flaute zur Folge. Auch Jan Schlaudraff hat man schon spritziger und ideenreicher erlebt. „Wir haben nicht mehr die Frische und das Selbstvertrauen, um den Gegner auszuspielen“, räumte der 28-Jährige nach dem 49. Pflichtspiel der „Roten“ in dieser Saison ein. Dreimal in Folge hat 96 jetzt auswärts zu null verloren; nur gut, dass das Spieljahr mit einem Heimspiel ausklingt, in dem die Fans ihrem Team mit ihrer Unterstützung noch einmal Beine machen können.

In Leverkusen hatten die rund 3000 mitgereisten Anhänger sogar schon zum Jubeln angesetzt. Ya Konan hatte eine Eingabe von Sergio Pinto ins Tor befördert (36.), Linienrichter Marcel Bartsch fälschlicherweise aber auf Abseits erkannt. Groß aufgeregt hat sich hinterher darüber keiner der Beteiligten. „Letztlich war das unerheblich“, sagte Trainer Slomka. Und irgendwie hätte ein Tor ja auch nicht zu einem 96-Spiel in Leverkusen gepasst.

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