Navigation:
AboPlus Anzeigen- und Abo-Service

Hannover 96

Rätseln über Stajners Formtief

Da war er wieder, der Jiri Stajner, wie man ihn seit fast acht Jahren in Hannover kennt. Gerade hatte er nach einer schönen Körpertäuschung ein Tor geschossen. Zwar nur im Training und nur für die B-Mannschaft, sein schelmisches Lächeln blitzte dennoch kurz auf.
Lesezeichen setzen:


Mit Zunge, Ball und einem leichten Lächeln: 96-Stürmer Jiri Stajner.

Mit Zunge, Ball und einem leichten Lächeln: 96-Stürmer Jiri Stajner.

© zN

Der 96-Stürmer mit dem Schalk im Nacken ist eben ein Fußballer, der enormen Spaß an seinem Job hat und es auch aller Welt zeigt. Egal, ob im Spiel oder im Training.

Gemeinhin zumindest. Am vergangenen Sonnabend war das ganz anders gewesen. Stajner hatte beim Spiel in Freiburg völlig neben sich gestanden und die Bälle reihenweise verloren. Das selbst ist nicht sonderlich ungewöhnlich; der Tscheche hat halt mal so Spiele dabei, da gelingt ihm – vorsichtig ausgedrückt – wenig. In dieser Saison schon öfter. Aber Stajner stand immer für Einsatz, für nimmermüden Kampfgeist. für Siegeswillen. In Freiburg aber wirkte der 96-Stürmer teilnahmslos. Er sah nur unbeteiligt zu. Diese ungewohnte Haltung verblüffte alle. Sie war nicht nur am Wochenende ein Thema, sondern auch noch gestern. „Was war bloß mit ,Stajni‘ los?“, lautete die am meisten diskutierte Frage am Rande des Trainings.

Es blieb bei Erklärungsversuchen. Eine plausible Antwort gab es nicht, auch von ihm selbst nicht. „Ich weiß nicht“, sagte der 33-Jährige, „wir hatten neunmal hintereinander verloren, da ist es doch normal.“ Normal? Gerade bei Stajner? „So schlimm fand ich das nicht“, sagte der Tscheche, „ich habe vielleicht zwei Bälle verloren.“ Ungläubige Blicke. „Ich muss mir das noch mal im Fernsehen ansehen“, sagte er, „mehr als zwei Bälle waren es aber nicht.“ Auf sein schelmisches Lächeln wartete man vergebens. Stajner schien es ernst zu meinen – und irgendwie hatte er keine Lust mehr, darüber zu reden. Dass er seine Leistung aber anders einordnet als gesagt, beweist die Antwort auf die Frage, ob er meine, am Sonnabend gegen Eintracht Frankfurt in der Anfangself zu stehen. „Ich denke nicht.“ Seinen Platz dürfte er an Didier Ya Konan verloren haben, der ihn Freiburg zur Hälfte abgelöst und einen erheblich engagierteren Auftritt geboten hatte.

Aber ein Stajner gibt sich mit einem Platz auf der Bank nicht zufrieden. Das hat er in der gestrigen Trainingseinheit deutlich gemacht. „Mit Jiri muss man immer rechnen“, sagte 96-Trainer Mirko Slomka, der eingestand, dass der vergangene Sonnabend „nicht ,Stajnis‘ Tag“ gewesen ist. „Im Training kann man ihm nie etwas vorwerfen“, sagte der 42-Jährige, „aber vielleicht hat er Probleme mit unserer misslichen sportlichen Situation – und damit, dass es plötzlich wieder einen Konkurrenzkampf gibt.“ Außer Ya Konan hatten sich noch einige andere Profis wieder zurückgemeldet nach längerer Verletzungszeit, Stammplätze sind damit wieder umkämpfter.

Ein weiterer Erklärungsversuch, aber auch kein plausibler. Dieser Situation hat er sich in den acht Jahren als „Roter“ schon Dutzende Male stellen müssen. Mit ganz anderen Reaktionen als in Freiburg allerdings. Es bleibt also die Frage: Was war nur mit ,,Stajni“ los?


Nächster Artikel
Nächster Artikel
Vorheriger Artikel
Voriger Artikel

Anzeige

Was haben Sie erlebt?

Auf der Fanmeile, dem Konzert oder dem Stadtfest war es richtig gut? Auf myheimat freut man sich auf Ihre Bilder, Geschichten und Eindrücke. mehr